Abwasserentsorgung: Darum steigen die Gebühren in Werdohl 

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Kanalbau ist aufwendig und kostenintensiv, in den Bergen des Sauerlandes noch teurer als auf dem platten Land. Jedes Jahr im Dezember werden die Gebühren für die Abwasserentsorgung neu festgelegt.

Werdohl – Die Müllabfuhr wird 2020 wieder etwas günstiger, die Gebühren für Abwasser- und Regenwasserbeseitigung steigen hingegen leicht an.

Unterm Strich tut sich nicht allzu viel bei den Gebühren, die wie immer im Dezember für das kommende Jahr durch Rat und Verwaltung festgesetzt werden. 

Abfallbeseitigung 

Bei der Abfallbeseitigung bekommt die Stadt sozusagen eine Rechnung vom Zweckverband für Abfallbeseitigung, die auf jeden Müllbürger umgelegt wird. Die Müllbeseitigungsgebühr für den Einzelnen errechnet sich aus der voraussichtlichen Gesamtmenge des Abfalls in einer Stadt, den Transportkosten und den anteiligen Kosten für die Verbrennung in Iserlohn. Mit in die Berechnung fließt auch das Grünabfallaufkommen ein, die Betreuung der Containerstandorte gehört ebenso dazu wie allgemein steigende Personalkosten. Die Hausmüllmenge in Werdohl sinkt seit Jahren, wenn auch nur noch unwesentlich. Für Hausbesitzer und die meisten Bewohner von Mietwohnungen ist das Umleersystem maßgeblich: Die volle Tonne wird im Fahrzeug ausgeleert und leer wieder an seinen Platz zurückgestellt. Die Gebühren in diesem Umleersystem sinken gegenüber dem Vorjahr von 78,84 Euro pro Einwohnergleichwert auf 74,26 Euro. Das ist eine Verringerung von 5,8 Prozent. Die Gebührensenkung wird vor allem durch eine Entnahme aus der Rücklage erreicht. Mit dem nächsten Haushaltsjahr sind allerdings alle Rücklagen an den Gebührenzahler zurückgeflossen. Das bedeutet, dass die Müllgebühren ab 2021 ansteigen dürften. 

Abwasser

Die Abwassergebühr wird bei der Stadt in einer der Tiefbauabteilung zugehörigen Stelle namens „Sondervermögen Abwasser“ berechnet. Hier spielen vor allem die Abwassermenge aus den Haushalten sowie die Kosten für Kanalbauwerke eine Rolle. Getrennt davon werden die Gebühren für Regenwasser festgelegt, das in die öffentlichen Kanäle eingeleitet wird. Ende vergangenen Jahres hatte der Rat beschlossen, die allgemeine Rücklage des Sondervermögens bei der Stadt aufzulösen und in den allgemeinen städtischen Haushalt zu geben. Im Gegenzug gibt es noch für 2020 und 2021 städtische Zuschüsse für das Sondervermögen in Höhe von 116 800 Euro. Teurer für die Gebührenzahler wird es in 2020, weil seit vergangenem Sommer die Städte Kosten für die Einleitung von Fremdwasser mit mindestens 25 Prozent selbst übernehmen müssen. In der Summe steigert sich damit der Gebührenbedarf von 4,34 Millionen Euro in 2019 auf 4,568 Millionen Euro im kommenden Jahr. Die Schmutzwassergebühr steigt deshalb von aktuell 2,86 Euro pro Kubikmeter auf 2,90 Euro pro Kubikmeter. Für Industriekunden steigt die Gebühr von 1,22 Euro auf 1,26 Euro pro Kubikmeter. 

Regenwasser 

Oberflächenwasser, das zum Beispiel über die bebaute oder befestigte Grundstücksfläche in den Kanal zur Kläranlage läuft, wird extra berechnet. Pro Quadratmeter zahlte der Bürger bislang 95 Cent, im kommenden Jahr werden es 1,06 Euro sein. Industriekunden, die Mitglied im Ruhrverband sind, zahlen zukünftig 86 Cent statt wie bisher 75 Cent. 

Kleinkläranlagen 

Nicht alle Werdohler Haushalte sind an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen, einige Häuser entwässern deshalb in private Kleinkläranlagen oder Sickergruben. Auch dafür werden Gebühren fällig, die jedes Jahr aufs Neue festgelegt werden. Bei der Grundgebühr hat es bislang jedes Jahr erhebliche Absenkungen gegeben, von einem Höchststand von 32,44 Euro musste im ablaufenden Jahr nur noch 4,88 Euro gezahlt werden. Für 2020 werden wieder 20,73 Euro pro Anlage fällig. Dazu kommt die Mengengebühr für die Abfuhr des Grubeninhalts, hier bleibt die Gebühr von aktuell 28,19 Euro pro Kubikmeter gleich, ebenso wie die Kleineinleiterabgabe von 35,79 Euro pro Person.

Der Hauptausschuss legt am Montag, 2. Dezember, in öffentlicher Sitzung ab 17 Uhr im Rathaus diese Gebühren fest. In der letzten Sitzung des Rates in diesem Jahr am 16. Dezember werden die Beschlüsse bestätigt, sie gelten ab Januar 2020.

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