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Absturz eines Paragliders im MK: Rettungskräfte im Dauereinsatz

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Von: Carla Witt, Markus Klümper

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Umgestürzte Bäume und überflutete Straßen: Kaum hatte die Feuerwehr einen Einsatz abgeschlossen, meldeten Werdohler schon den nächsten Unwetterschaden.
Die Einsatzkräfte suchen den abgestürzten Gleitschirmflieger im MK. © Klümper

Die Suche nach einem mutmaßlich abgestürzten Gleitschirmflieger hat die Werdohler Feuerwehr zusätzlich zu den Unwetter-Einsätzen beschäftigt.

Werdohl - Die nächtliche Unwetterlage war für die Rettungskräfte bereits absehbar, da kam es am Samstagabend noch zu einem ungewöhnlichen, aber sehr aufwendigen Einsatz für Feuerwehr und Polizei. Kurz nach 20 Uhr meldete ein Zeuge, er habe den Absturz eines Gleitschirmfliegers über einem Waldgebiet in Herscheid in NRW beobachtet.

StadtWerdohl
KreisMärkischer Kreis
Einwohner17.657 (31. Dez. 2019)

Absturz eines Paragliders: Zeugen rufen Rettungskräfte

Der Schirm sei nicht auseinandergefaltet gewesen, und die Person senkrecht in den Wald gestürzt. „Drei Zeugen meldeten sich dann unabhängig voneinander bei der Polizei und beschrieben, sie hätten den Absturz beobachtet“, erläuterte ein Mitarbeiter der Kreisleitstelle der Polizei.

Die Polizei nahm diese Beobachtungen sehr ernst, zumal sich unter anderem an der Nordhelle sowie in Werdohl am Forsthaus beliebte Plätze für startende Paraglider befinden. So wurde eine Such-Maschinerie in Gang gesetzt, obwohl es keine Vermisstenmeldung gab, teilte die Polizei mit. Letzteres sei allerdings auch nicht relevant, da Gleitschirmflieger durchaus starten würden, ohne jemanden darüber zu informieren.

Ein Polizeihubschrauber wurde für die Suche aus der Luft angefordert. Allerdings musste die Besatzung der „Hummel“ einräumen, den Waldboden nicht optimal aus der Luft absuchen zu können. Aus diesem Grund wurde die Rettungshundestaffel Märkischer Kreis hinzugezogen.

Absturz eines Paragliders: Hundestaffel im Einsatz

Deren Einsatz wurde vom Gerätehaus der Löschzugs Eveking aus koordiniert; der gesamte Löschzug war im Einsatz. Aufgeteilt in drei Gruppen und mit Unterstützung der ortskundigen Feuerwehrleute durchkämmten die Hundeführer und die Vierbeiner das Areal, das mittlerweile auch auf Werdohler Gebiet ausgedehnt worden war. Dort, so vermuteten die Einsätzkräfte, könnte sich das Unglück ereignet haben. „Die Gruppen waren im Bereich Ludemert, Langestraße und Altenmühle unterwegs“, schildert Stadtbrandinspektor Kai Tebrün. Sie suchten nach einer mutmaßlich hilflosen Person, die sich bei dem Absturz Verletzungen zugezogen haben könnte.

Sämtliche bekannten Paraglider-Startplätze wurden von der Polizei ebenfalls kontrolliert: Die Helfer suchten dort nach einem geparkten Fahrzeug der mutmaßlich vermissten Person. Allerdings ohne Ergebnis.

Absturz eines Paragliders: Helfer im Dauereinsatz

Die Einsatzkräfte, die die Suchaktion vom Gerätehaus der Löschgruppe Eveking in Werdohl aus koordinierten, hätten unter normalen Umständen eine Entscheidung treffen müssen, wie lange die Suche fortgeführt wird. In diesem Fall war die Sturmlage aber das wesentliche Kriterium: „Wenn das starke Gewitter einsetzt, können wir sowieso nicht mehr weitersuchen“, erklärte Wehrleiter Kai Tebrün. Nach etwa sechs Stunden musste die Suche ergebnislos eingestellt werden. Vermisstenmeldungen lagen auch bis Sonntagnachmittag bei der Polizei nicht vor.

Für die Werdohler Feuerwehr – die am Wochenende nebenbei auch noch eine Funkausbildung zu bewältigen hatte – war die Suchaktion erst der Anfang: „Wir haben uns die Nacht um die Ohren geschlagen“, so Kai Tebrün. Nachdem das Unwetter begonnen hatte, waren die Helfer im Dauereinsatz, um umgestürzte Bäume – beispielsweise in der Rotenohl-Kurve, in Dresel, in der Lottmecke zwischen Kettling und Teindeln und in Pungelscheid – von den Straßen zu Räumen. Unter anderem am Klosterweg wurde ein Wasserschaden gemeldet. Am Kettling war die Straße überflutet. „Dort waren die Abläufe dicht“, erklärt Kai Tebrün.

Absturz eines Paragliders: Zeugin meldet Erdrutsch

Ebenfalls am Kettling meldete eine Zeugin, dass ein Autofahrer durch einen Erdrutsch verschüttet worden sei. „Vor Ort stellte sich dann aber zum Glück heraus, dass das Auto nicht betroffen und lediglich ein Baum umgestürzt war“, berichtet der Stadtbrandinspektor, dass bei dem Unwetter doch niemand zu Schaden gekommen sei.

Zu einem Einsatz wurden auch die Kollegen auf der Autobahn gerufen. Gleich fünf Personen - darunter auch ein Kind - sollen sich durch eine Kollision auf der A2 verletzt haben.

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