Personen aus Werdohl, Lüdenscheid und Meinerzhagen

Labor im MK verliert 140 Coronatests: Schüler und Lehrer betroffen

So sah der erster Schultag unter Coronabedingungen an der Grundschule Königsburg aus. Jetzt sind rund 100 Tests von Kindern und Lehrkräften dieser Schule im Labor verloren gegangen.
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So sah der erster Schultag unter Coronabedingungen an der Grundschule Königsburg aus. Jetzt sind rund 100 Tests von Kindern und Lehrkräften dieser Schule im Labor verloren gegangen.

140 Teströhrchen, unter anderem mit Abstrichen von Grundschülern und Lehrkräften der Gemeinschaftsgrundschule Werdohl, sind nach der Entnahme am Dienstag vergangener Woche verschwunden. Sie sind in einem Iserlohner Labor versehentlich entsorgt worden. Betroffen sind auch ungetestete Proben von Kontaktpersonen des evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen, der Lüdenscheider Kita Oeneking und des Lüdenscheider Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs.

Werdohl - Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, bestätigte den Vorfall am späten Montagabend auf Nachfrage. Die rund 100 Kinder und Lehrkräfte der Werdohler Grundschule waren vor einer Woche unter Quarantäne gestellt worden, weil ein Mitglied des Kollegiums positiv auf Corona getestet worden war. Da diese Person bereits eine Woche lang keine Sozialkontakte mehr hatte, legte das Gesundheitsamt des Kreises die Quarantäne für 100 der insgesamt 380 Schülerinnen und Schüler und Teile des Kollegiums für eine weitere Woche fest. Nach Beendigung der Quarantäne am Donnerstag vergangener Woche hatte die Schule am Freitag den Unterricht mit allen Quarantäne-Rückkehrern wieder aufgenommen. Wie berichtet, galten die Testergebnisse zu dem Zeitpunkt als verschwunden, noch ohne den genauen Verbleib erklären zu können.

Die Werdohler Kinder rückten vergangenen Dienstag in den Pkw ihrer Eltern beim Testzentrum in Lüdenscheid an. Dort wurden von den Mitarbeitern des Gesundsheitsamtes Proben genommen, in Röhrchen gepackt und ordnungsgemäß beschriftet. Ebenso ordnungsgemäß seien die Proben samt der dazugehörigen Daten an den Fahrdienst des DRK Schwerte übergeben worden. „Diese Proben sind auch im vorgesehenen Labor in Iserlohn angekommen“, erklärte Hendrik Klein auf Nachfrage. Weil Klein nicht direkt für das Labor sprechen darf, berichtete er von „menschlichem Versagen“. Der Beutel mit den insgesamt 140 Proben aus Werdohl, Lüdenscheid und Meinerzhagen ist demnach in dem Labor „versehentlich“ entsorgt worden.

Dass die Werdohler Schule am Freitag nach vorschriftsmäßiger Beendigung der Qurantäne wieder in den vollen Betrieb gegangen sei, entspreche den Vorgaben. Im schlechtesten Fall sei theoretisch denkbar, dass eine am Dienstag positiv getestete Person am Freitag weitere Personen in der Schule angesteckt habe. Auszuschließen sei das jedenfalls nicht. Das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises werde die verlorenen Tests trotzdem nicht wiederholen. Das Team der Nachverfolgung des Kreises informiere aber alle 140 betroffenen Personen so schnell wie möglich, sagte Klein am Montagabend.

Beim ersten Schultag an der Grundschule Königsburg in Werdohl wurden die Kinder am Eingang in Empfang genommen.

Der Zeitraum von sechs Tagen zwischen der Testung am Dienstag und dem Bemerken des Verlustes der Röhrchen am Montag sei so lang, dass ein Nachholen der Tests nicht mehr sinnvoll sei. Falls in der Zwischenzeit jemand Symptome entwickelt hätte, hätte sich diese Person sicherlich gemeldet.

Schulleiterin Nina Manns und Schul-Abteilungsleiter Reinhardt Haarmann verwiesen darauf, stets alle Schritte mit dem Gesundheitsamt abgesprochen zu haben. Sie wussten nichts von den verloren gegangenen Tests. Manns berichtete allerdings, dass die Eltern eines Kindes aus der Dienstag-Testung ihr von einem negativen Ergebnis erzählt hätten.

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