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Abschied von Abellio: Ab Februar übernimmt DB Regio im Lennetal

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Von: Markus Wilczek

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Am Montag fahren die Züge auf der Ruhr-Sieg-Strecke letztmals unter dem Logo von Abellio über das Viadukt in Ütterlingsen. Ab Februar übernimmt die Bahntochter DB Regio den Betrieb der Strecke.
Am Montag fahren die Züge auf der Ruhr-Sieg-Strecke letztmals unter dem Logo von Abellio über das Viadukt in Ütterlingsen. Ab Februar übernimmt die Bahntochter DB Regio den Betrieb der Strecke. © Reiner Müller

Seit 2007 wird die Ruhr-Sieg-Bahnstrecke durch das Lennetal vom Unternehmen Abellio bedient. Viele Pendler, die die RB 91 oder den RE 16 regelmäßig nutzen, zeigten sich mit diesem Umstand sehr zufrieden.

Denn die Züge waren meist pünktlich und fielen kaum einmal aus. Am Montag, 31. Januar, fahren die Züge auf der heimischen Strecke letztmals unter der Zuständigkeit des Bahnunternehmens aus Hagen.

Bekanntlich ist die Abellio Rail GmbH insolvent. Nachverhandlungen mit den Verkehrsverbünden zerschlugen sich, ab Februar wird die Firma liquidiert. Auf der Ruhr-Sieg-Strecke werden aber auch weiterhin Züge fahren. Ab 1. Februar übernimmt mit der DB Regio eine Bahntochter den Betrieb. Für die Kunden soll dieser Übergang möglichst störungsfrei verlaufen.

Züge und Personal wird übernommen

Das bisherige Abellio-Zugmaterial, also die Triebwagen und Personenzüge vom Typ Stadler Flirt, wird nahtlos zum selben Takt wie bisher zwischen Siegen und Hagen fahren. Die Züge werden nicht umlackiert, es werden lediglich die Abellio-Logos durch die DB-Symbole ausgetauscht und Fahrkartenautomaten umgerüstet. Auch das Personal wird von der DB Regio übernommen. Bereits seit dem Jahreswechsel werden die Abellio-Beschäftigten in das neue Unternehmen eingeführt und geschult. Denn ihr neuer Arbeitgeber fährt mit einem anderen System. Da ist natürlich eine Einweisung erforderlich.

Auch bereits gekaufte Fahrkarten behalten ihre Gültigkeit und auch einen Preisanstieg bei den Tickets soll es in den nächsten zwei Jahren zunächst nicht geben.

Abellio setzte neue Maßstäbe

Die Deutsche Bahn war auf der Ruhr-Sieg-Strecke bis 2007 bereits viele Jahre unterwegs. Viele Pendler erinnern sich an diese Zeit allerdings nur ungern zurück. Denn die Züge waren veraltet, hatten häufiger mal Verspätung oder fielen komplett aus. Dann übernahm Abellio, weil der Ableger der niederländischen Staatsbahn die Ausschreibung für die Ruhr-Sieg-Strecke gewonnen hatte, und setzte neue Maßstäbe. Da DB Regio nun die Züge von Abellio übernimmt, bleibt zumindest hier der hohe Standard sicher gewährleistet.

Eisenbahnfreunde: „Stets eine gute Beziehung“

Die Gruppe der Eisenbahnfreunde im Werdohler Heimat- und Geschichtsverein bedauert das Aus von Abellio auf der Ruhr-Sieg-Strecke. „Wir hatten stets eine gute Beziehung zu dem Unternehmen“, sagt Reiner Müller von den Eisenbahnfreunden. Zum 150-jährigen Bestehen der Ruhr-Sieg-Strecke 2011 beklebte das Unternehmen auf Initiative und mit Bildern von Eisenbahnfreund Heinz-Werner Turk einen seiner Züge mit einer Folie mit Aufnahmen entlang der Strecke. „Wir waren auch die erste Gruppe, die vor vielen Jahren die Werkstatt in Hagen besuchen durfte“, so Müller. In den vergangenen Jahren seien die Beziehungen zum Unternehmen allerdings ein wenig eingeschlafen.

Zumindest am Montagabend wird es aber auch auf der Ruhr-Sieg-Strecke zu deutlich spürbaren Auswirkungen des Betreiberwechsels kommen. Ab etwa 20 Uhr wird kein Zug mehr unterwegs sein. Denn die Abellio-Bahnen müssen spätestens bis Mitternacht zu Übergabepunkten rollen, wo mit DB Regio dann der Nachfolge-Linienbetreiber übernimmt. Ab Dienstagvormittag sollen alle Züge wieder planmäßig verkehren.

Schienenersatzverkehr zwischen Letmathe und Iserlohn

Die Ausnahme bildet dabei der Streckenabschnitt zwischen Letmathe und Iserlohn. Weil die DB Regio hier den Betrieb bis Ende Februar nicht gewährleisten kann, wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Diese Maßnahme habe man treffen müssen, weil die Achse von Siegen durch das Lennetal Richtung Hagen wichtiger sei als der Abschnitt zwischen Letmathe und Iserlohn und hier der planmäßige Verkehr unbedingt aufrecht erhalten werden solle, teilte der zuständige heimische Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) schon vor einigen Wochen mit.

Ab März sollen auch zwischen Letmathe und Iserlohn die Züge wieder fahren – dann auch auf diesem Abschnitt unter dem Logo der DB Regio.

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