Abschied von Pfarrer Martin Kämper nach fast 30 Jahren

Superintendent Klaus Majoress (links) verabschiedete Pfarrer Martin Kämper (mit Enkelkind und Frau Doris) aus dem Kreise der Kollegen Dieter Kuhlo-Schöneberg und Dirk Grzegorek (rechts).

WERDOHL ▪ „Ich denke zurück an den 11. Juni 1982. Ein heißer Sommertag“, erinnert sich Pfarrer Martin Kämper in seiner Abschieds-Predigt noch genau an jenen Tag zurück, an dem er in der Kreuzkirche auf der Königsburg ordiniert wurde.

Es sei ein besonderer Gottesdienst gewesen, ließ er die Gläubigen am Sonntagabend an seinen Gedanken teilhaben. „Es war ein Startschuss. Viele, die mich damals begleitet haben, sind heute noch an meiner Seite.“ Thema seiner Predigt sei „Abraham“ gewesen, der symbolisch für „Aufbruch“ in seiner ersten Ansprache an die Gemeinde gestanden habe.

Voller Leidenschaft habe er sich in sein Theologiestudium gestürzt, genoss die Zeit als Vikar sowie den einjährigen Auslandsaufenthalt in Stockholm. „Doch wohin sollten dann die Reise gehen?“ Der entscheidende Anruf sei letztlich von seinem Freund Detlef Seidel gekommen, der die Entscheidung, nach Werdohl zu gehen, besiegelt habe. Liebe Worte fand Kämper auch für seine langjährigen Wegbegleiter in der Kreuzkirche – Waltraud Griessl und Werner Bast. Aber auch Susanne Mankel, Kerstin Beck, Andreas Kaiser und Olaf Becker hob der Geistliche besonders heraus. „Diese vier jungen Leute haben damals begonnen, Jugendarbeit mit aufzubauen. Sie sind mitgewachsen, geblieben und heute tragende Säulen in der Gemeinde.“

Pfarrer Martin Kämper sei ein aufrichtiger, verbindlicher Amtsbruder gewesen, habe Gemeindearbeit lebendig gestaltet, sein Amt mit viel Engagement ausgeübt und dafür gesorgt, dass Menschen eine Heimat gefunden haben, war der Tenor der Grußworte, die im Anschluss an den Verabschiedungsgottesdienst von Glaubensbrüdern und Gästen vorgetragen wurden. Er habe viel bewegt, nicht nur zugeschaut, sondern unterstützt. „Vieles wäre aber nicht möglich gewesen, wenn mir meine Frau nicht den Rücken freigehalten hätte“, gestand Kämper.

„Er hat die Botschaft des Evangeliums überzeugt vertreten und sich in gesellschaftliche Fragen der Menschen vor Ort eingebracht. Es ist ihm gelungen, Kirche ein Gesicht zu verleihen“, lobte Superintendent Klaus Majoress das fast 30-jährige Wirken Kämpers in Werdohl. Bürgermeister Siegfried Griebsch sagte, dass auch Martin Kämper in seiner Funktion als Pfarrer Aufbruchstimmung verbreitet habe – trotz einer sich verschlechternden finanziellen Situation, die die Kirche zu strukturellen Veränderungen zwingt. Kämper habe positiv gedacht, damit es weitergehen könne. „Die Menschen werden spüren, dass sie hier gewirkt haben.“

Bis in die späten Abendstunden blieb den Gemeindemitgliedern Zeit, sich im persönlichen Gespräch von Pfarrer Martin Kämper zu verabschieden.

Der Einladung ins Gemeindehaus folgten nahezu alle Gottesdienstbesucher – weit über 100 Personen. ▪ sr

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