Abschied vom Jugendraum Pungelscheid

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Bürgermeisterkandidat Matthias Wershoven (SPD) übergab am Mittwoch im Jugendraum Pungelscheid einen Gutschein über 100 Euro an Jugendtreffleiterin Stefanie Bahr. Mit dem Geld soll die Abschiedsfeier finanziert werden.

Werdohl - Am Freitagabend nehmen die Kinder und Jugendlichen, sicher viele Ehemalige und auch Freunde des Jugendraums Pungelscheid Abschied von dieser Institution im Stadtteil.

Im Herbst hätte das 30-jährige Bestehen gefeiert werden können. Jetzt stehen die Besucher erstmal auf der Straße, eine Lösung ist nicht in Sicht. Bürgermeisterkandidat Matthias Wershoven besuchte am Mittwochabend den Jugendraum, um eine 100-Euro-Spende von SPD-Fraktion und SPD-Ortsverein an die Jugendtreffleiterin Stefanie Bahr zu übergeben. Von dem Geld sollen bei der Abschiedsfeier heute Abend die Getränke und das Essen bezahlt werden.

Wershoven erinnerte im Gespräch mit Bahr daran, dass ein Umzug in die ehemaligen Schlecker-Räume in Pungelscheid möglich gewesen wäre, dies aber im Rat von CDU und WBG verhindert worden sei. Seit fast genau dreißig Jahren mietet die Stadt den Jugendraum von der Awo. Die hatte schon vor einiger Zeit angedeutet, dass sie den Kellerraum für eigene Zwecke benötigen könnte. Die Awo betreibt an der Meilerstraße 10 einen Kindergarten, der muss für die U3-Betreuung ausgebaut werden. Dafür sind auch die Räume unter dem Kindergarten nötig.

Die Werdohler Wohnungsgesellschaft hatte der Stadt die Räume des ehemaligen Schlecker-Ladenlokals angeboten und in Aussicht gestellt, das Ladenlokal zu einem Stadtteiltreff umzubauen. Das hätte Mehrkosten im Haushalt verursacht, die CDU und WBG angesichts des allgegenwärtigen Sparprogramms nicht mittragen wollten. Außerdem sei der Jugendraum gut genug, der Umzug in die Schlecker-Räume käme einer Verbesserung gleich, die nicht bezahlt werden könne. Kurz nach dieser politischen Entscheidung bekam die Stadtverwaltung die Kündigung von der Awo.

Eine rasche räumliche Lösung in Pungelscheid ist für die Kinder und Jugendlichen nicht in Sicht. Erst muss ein politischer Konsens herbeigeführt werden. Es ist auch nicht klar, ob dann das Angebot der Woge noch stehen wird. Es ist damit zu rechnen, dass – wenn überhaupt – es frühestens im Herbst eine Lösung geben wird. Die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses ist auf den 21. Oktober festgesetzt. Wershoven: „Da muss früher was passieren.“

Stefanie Bahr ist bei der Stadt als Erzieherin im Anerkennungsjahr angestellt, in der Zeit leitete sie den Jugendtreff. Vorher arbeitete sie dort jahrelang als Honorarkraft. Ihre Beschäftigung endet Ende Juli. Die Kinder würden es aus verschiedenen Gründen nicht schaffen, aus Pungelscheid in die Stadt ins JBZ zu kommen, sagte sie. Und die Jugendlichen hätten nur wenig Interesse daran, diesen Weg auf sich zu nehmen. Ideen, für den Jugendtreff das Paulus-Gemeindehaus oder einen der leergezogenen Container der Hauptschule zu nutzen, haben sich zerschlagen. - Von Volker Heyn

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