Absage des verkaufsoffenen Sonntags: WK-Chef Ebener ist sauer auf Verdi

An verkaufsoffenen Sonntagen ist die Innenstadt in der Regel voll. Den für den dritten Advent geplanten Sonntagsverkauf hat das Verwaltungsgericht Arnsberg nach einer Klage der Gewerkschaft Verdi untersagt. 

Werdohl - Die Absage des verkaufsoffenen Sonntags am dritten Advent bleibt nicht ohne Folgen: Einzelhändler ärgern sich über unnötige Kosten, bei der Marketing GmbH will man Lehren aus der Pleite ziehen.

„Wir haben tausende Euros in eine Mailingaktion und in Newsletter gesteckt. Diese Werbung verpufft jetzt wirklungslos“, sagt beispielsweise WK-Geschäftsführer Peter Ebener. Mit den Werbesendungen hatte das Kaufhaus Gutscheine verschickt, die Kunden am Sonntag hätten einlösen können. „Jetzt geben wir unseren Kunden die Gelegenheit, die Gutscheine Freitag, Samstag oder Montag einzulösen“, sagte Ebener. 

WK-Geschäftsführer Peter Ebener.

Seine Mitarbeiter – 40 waren für den Sonntagsverkauf eingeplant – hätten übrigens keinerlei Verständnis dafür, dass der verkaufsoffene Sonntag nicht stattfinden dürfe, versicherte Ebener. Der Geschäftsführer selbst kann die Politik der Gewerkschaft Verdi, die gegen verkaufsoffene Sonntage zu Felde zieht, auch nicht nachvollziehen: „Wir sollen Mitarbeiter beschäftigen, aber dafür brauchen wir auch Umsätze.“ Verdi empfiehlt er, gegen die Arbeitsbedingungen von Online-Kaufhäusern vorzugehen und nicht gegen den stationären Einzelhandel. 

Am Samstag länger einkaufen?

Die Marketing GmbH, die den Weihnachtsmarkt organisiert und damit den Rahmen für den Sonntagsverkauf schaffen wollte, rät den Einzelhändlern, anstelle des Sonntags den Samstag voll auszunutzen. „Wir würden uns wünschen, dass die Geschäfte am Samstag länger geöffnet sind“, sagte Swantje Midderhoff. So könnten die Umsatzeinbußen vielleicht wenigstens ein bisschen kompensiert werden. 

Im Übrigen werde die Marketing GmbH versuchen, „aus den Dingen zu lernen, die jetzt passiert sind“, versicherte sie. Midderhoff: „Wir prüfen jetzt, wie wir möglichst wenig Angriffsfläche für eine mögliche Klage bieten können.“ 

Das Stadtmarketing plant nämlich schon für die verkaufsoffenen Sonntage im nächsten Jahr. Es sei wahrscheinlich, sagte Midderhoff, dass 2019 wieder drei solcher Sonntagsverkäufe stattfinden sollten: im Frühjahr, im Herbst und im Advent. Der Kampf mit Verdi geht dann also in eine neue Runde.

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