Abo-Werbung zugunsten der Fußballjugend

FSV-Jugendleiter Jürgen Leffin (r.) hat mit Kevin Schulte von der WW Medienwerbung GmbH ein Sponsoringabkommen über Zeitschriftenabonnements getroffen.

WERDOHL ▪ Jürgen Leffin, seit eineinhalb Jahren Jugendleiter bei der FSV, präsentiert sich gern als Macher und Erneuerer veralteter Strukturen. Jetzt hat er eine Vereinbarung mit einem Zeitschriften-Werber zugunsten der Jugendkasse getroffen.

Leffin wurde von Kevin Schulte von der WW Medienwerbung GmbH ein Übereinkommen angeboten. Schulte geht in Werdohl von Haus zu Haus und wirbt in der ganzen Stadt für Zweijahresabonnements bekannter Zeitschriften. Bis Weihnachten wird Schulte alle Haushalte abklappern.

Für jedes Abo gibt Schulte von seiner Provision etwas an die Jugendabteilung ab. Pro Abo gibt es einen bis eineinhalb Punkte, bei 40 Punkten bekommt der Verein eine komplette Mannschaftsgarnitur. Schulte nutzt den sozialen Zweck der Jugendförderung als „Türöffner“.

In Neuenrade war die Aktion nach nur eineinhalb Wochen abgebrochen worden, weil TuS-Vorsitzender Heinz Griesenbruch das Geschäft in unserer Zeitung als „unseriös“ bezeichnet hatte. Die Vereinbarung hatte der Neuenrader TuS-Jugendleiter Karl-Heinz Thiele unterzeichnet und abgestempelt, Griesenbruch will davon nichts gewusst haben.

Kevin Schulte betreibt die Geschäftsidee seit 2001 und hat so in ganz Deutschland Zeitschriftenkunden aquiriert und Dank von Vereinsvorständen erhalten. Selbstverständlich halte er sich an alle Geschäftsbedingungen.

Leffin will mit dieser Sponsoring-Aktion einen kleinen Teil der Lücke zwischen dem Zuschuss des Hauptvereins und den tatsächlichen Kosten des Spielbetriebs abdecken. 8000 Euro erhalte die Jugend, rund 20 000 Euro koste der Betrieb der 14 Jugendmannschaften. Leffin, im Hauptberuf Versicherungskaufmann, blickte gestern sorgenvoll Richtung Jugend-Förderverein. Der habe in jüngster Zeit sogar „Schulden mitgebracht“ und sei – sinngemäß – seinen Vorstellungen von moderner Vereinsförderung nicht mehr nachgekommen.

Ulrich Betten, seit 18 Jahren erst Geschäftsführer und zuletzt Vorsitzender des Jugend-Fördervereins, sprach von schweren finanziellen Problemen: „Es ist einiges nicht glücklich gelaufen, wir sind mit Müh und Not da wieder herausgekommen.“ Eine „gerade eben vierstellige“ Umsatzsteuernachforderung könne aber beglichen werden. Auf der bald anstehenden Jahreshauptversammlung werde eine geordnete Kassenlage übergeben, ein Großteil des Vorstands, Betten eingeschlossen, werde nicht wieder kandidieren.

Volker Heyn

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare