Abkürzung Fußgängerzone: Stadt schlägt Kontrollen vor

Lieferverkehr ist nur bis 10 Uhr morgens und in der Mittagszeit in der Freiheitstraße erlaubt. Ob die Fußgängerzone so oft wie beklagt als Abkürzung missbraucht wird, soll nach Vorschlägen der Verwaltung jetzt durch die Polizei ermittelt werden. ▪

WERDOHL ▪ Die Verwaltung schlägt vor, zur weiteren Verkehrsberuhigung in der Fußgängerzone zunächst nur Messungen und Zählungen durchzuführen. Poller-Lösungen werden zwar mehrere vorgestellt, aber nicht favorisiert.

Eine endgültige Entscheidung soll nach Vorstellungen der Verwaltung erst im September fallen.

Oft gehört ist die Klage, dass vor allem in der Nacht Autos durch die Fußgängerzone fahren, um vermeintlich Wege abzukürzen. Zudem werde häufig ordnungswidrig geparkt. Ebenso oft gefordert wurde deshalb eine so genannte „Pollerlösung“. Für den am kommenden Montag, 20. Februar, tagenden Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (17 Uhr, Ratssaal, öffentliche Sitzung) hat die Verwaltung deshalb eine umfangreiche Vorlage erarbeitet, die diese Klagen aufnimmt.

Vier Varianten hat Rolf Prange, beim Baubetriebshof zuständig für solche Verkehrsangelegenheiten, in der Vorlage zusammengetragen. In der Variante eins wird die Fußgängerzone durch herausnehmbare Poller an der Freiheitstraße bei der Stadtapotheke, am Fritz-Thomeé-Platz bei der Commerzbank, an der Sandstraße Höhe Brunnen, an der Bahnhofsstraße in Höhe Busenhof und am Durchgang bei der Stadtbücherei am Platz „Zur alten Post“. Diese Lösung sei zwar recht preiswert, weil ein Dreierset Poller pro Standort nur mit 900 Euro zu Buche schlage, allerdings müssten die Metallpoller ja auch von jemandem bedient werden. Falls das von Mitarbeitern der Verwaltung übernommen würde, entstünden sehr hohe Personalkosten. Prange schreibt: „Die Einführung von Patenschaften für die Poller ist nicht praktikabel, wie schon bei der Regelung in der Neustadtstraße festgestellt werden konnte.“

Die Variante zwei umgeht die Personalfrage und setzt an die fünf Stellen pneumatisch/hydraulisch absenkbare Poller. So ein Poller kostet mit Einbau zwischen 8000 und 12 000 Euro – viel zu teuer, meint die Verwaltung.

Die Variante drei schlägt solche automatische Poller an nur noch zwei Stellen vor: An der Bahnhofsstraße Höhe ehemals Tebrün und an der Freiheistraße Einmündung Eggenpfad. Damit werde die Durchfahrt durch die Stadt unattraktiv, die Kosten lägen nur noch bei bis zu 24 000 Euro.

Nach diesen Details schlägt die Verwaltung Grundsätzliches vor: Derzeit ist die Fußgängerzone von 18 bis 10 Uhr und von 12.30 bis 14.30 Uhr für Lieferverkehr geöffnet. Werde die Stadt durch Poller verschlossen, müssten die Zeiten entsprechend umgekehrt werden. Von einer Absperrung ausgenommen sein müsse auf jeden Fall die Freiheitstraße bis zum Fritz-Keßler-Platz, weil hier die Busse fahren. Genau diese Strecke sei aber als Abkürzung beliebt.

Deshalb schlägt Rolf Prange für die Stadtverwaltung die Variante vier vor, die zunächst Geschwindigkeitsmessungen und Verkehrszählungen vorsieht. Anschließend soll mit der Polizei das Gespräch gesucht werden, da die Polizei für den fließenden Verkehr zuständig ist. Berichte über Verstöße und deren Ahndung sollten in der Form wie die „Blitzerstandorte“ veröffentlicht werden.

Diese Lösung würde keine zusätzlichen Kosten verursachen und Gewerbetreibenden, Anwohnern und der MVG gerecht werden. Bei Kontrollen würde gerade der besonders gern als Abkürzung missbrauchte Durchfahrtsbereich am Kessler-Platz überwacht, meint Prange abschließend. ▪ Volker Heyn

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