Abendmusik spendet Kraft, Glück und Zuversicht

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Sebastian Hoffmann spielte abwechselnd Violine und Viola. Er war wie beiden Musikerinnen Marion Jeßegus und Claudia Weber komplett schwarz gekleidet.

Werdohl - Musik mit hohem Anspruch, virtuos vorgetragen, bekamen die Zuhörer auf der Empore der Christuskirche am Sonntagnachmittag geboten. Die „Abendmusik bei Kerzenschein“ war ein rund einstündiges Konzert, welches die Gäste rundum begeisterte.

Viele Besucher legten den den Kopf schräg, noch mehr hatten die Augen geschlossen, bei manchen sank in Andacht das Kinn auf die Brust. Die Klänge zu Beginn des Konzertes waren getragen, teils düster. So wirkte die „Sonata VII A-Moll“ von Jean-Marie Leclair wunderbar melancholisch, aber keineswegs schwer.

Und der Musikliebhaber weiß: Manchmal ist nichts schöner als die Melodie gewordene Schwermut. Wie einst Johnny Cash, traten die drei Instrumentalisten vom Kopf bis zur Sohle ganz in Schwarz gewandet auf. Marion Jeßegus saß an der Kirchenorgel. Claudia Weber strich das Violoncello. Und Sebastian Hoffmann spielte Violine und Viola.

Vivaldi holt den Frühling in den eiskalten März

Durch die riesigen Fenster drangen die letzten Sonnenstrahlen des Tages hinein. Die Zuhörer konnten das Gefühl bekommen, hoch über der Stadt zu weilen. Die Melodien – etwa von „Prière op. 158“ von Camille Saint-Saëns – wirkten luftig und leicht. Die Gedanken der Lauschenden konnten auf oder mit den Klängen hinfort fliegen. Die „Sonata a due A-Moll“ von Antonio Vivaldi holte den Frühling in diesen eiskalten März.

Musik, die zu Tränen rührt

Und bei der „Méditation“ von Alexandre Guilman entstanden wohl in so manchem Kopf der Konzertbesucher nie geschaute Filme, die zu Tränen rührten, so schön waren sie.

Die Zuhörer schienen teilweise beflügelt, als sie ihren Heimweg antraten. Diese Abendmusik spendete Kraft, Glück und Zuversicht. In den Lesungen griff Pfarrer Martin Buschhaus Passagen der Passionsgeschichte auf: „Der gute Hirte leidet für die Schafe.“

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