Mit der Idee will die evangelische Kirchengemeinde neue Wege gehen und kirchendistanzierte Werdohler erreichen

Abendkirche: Neues Konzept vorgestellt

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Das Projekt-Team Abendkirche: Irmgard Eckardt (von links), Dirk Grzegorek, Johanna Trautmann, Daniel Hüsmert, Hans de Hek, Daniele Malms, Dieter Kuhlo-Schöneberg, Stefan Werth und Bernd Axmann.

WERDOHL - Sechs mal im Jahr will die evangelische Kirchengemeinde Werdohl künftig eine Abendkirche in der Kreuzkirche auf der Königsburg anbieten. Was sich dahinter verbirgt, erklärte das Projektteam am Dienstagabend im Gemeinderaum der Kreuzkirche.

Als Zielgruppe sollen mit dem neuen Angebot „freundlich kirchendistanzierte Menschen“ aus Werdohl und Umgebung im Alter zwischen 25 und 55 Jahren angesprochen werden; eingeladen sind natürlich auch ältere Interessenten. „Wir wollen Menschen erreichen, die nichts oder nur wenig mit bestehenden Gottesdienstformen und –zeiten anfangen können oder eine geistliche Heimat suchen, die sie bisher noch nicht gefunden haben“, so Pfarrer Dirk Grzegorek. Für manche, so ergänzte Stefan Werth, stelle der morgendliche Gottesdienst eine Schwelle dar, und auch die äußere Form – etwa mit Orgelspiel und Liturgie – spreche sie nicht an.

Deshalb sollen in der Abendkirche – Auftakt ist bereits am 17. Februar – völlig neue Wege gegangen werden: Kurz und knapp auf den Punkt gebrachte Botschaften, vernetzt mit Lebenswirklichkeit, dazu eine einfache Sprache, die inhaltlich nicht an „binnenkirchliches Vokabular“ erinnert, sollen das Angebot kennzeichnen. Die Besucher sollen zu Beteiligten werden.

Das Konzept wird von einem mehr als einem Dutzend zählenden Team verantwortet, das zudem Musik und Filme, Videoclips und Anspiele sowie eine besondere Atmosphäre durch Beleuchtung verspricht. Säkulare Liedtexte und Clips oder die Nutzung von Statements von Menschen aus der Öffentlichkeit seien Mittel, um auf lebensbezogene christliche Themen einzugehen, hieß es am Dienstag. Auf keinen Fall aber solle die Abendkirche ein philosophischer Diskutierclub sein. Vielmehr sollen die beschriebenen, neuen Gestaltungs- und inhaltlichen Mittel bei den Teilnehmern zu dem Wunsch beitragen: „Da muss ich nochmals hin“.

Die Verantwortlichen betonten am Dienstagabend, dass die Abendkirche als Ergänzung bzw. Alternative zu den bestehenden Gottesdiensten zu verstehen seien – auf keinen Fall aber als Konkurrenz. Die normalen Gottesdienste bleiben. Die Abendkirche sei so etwas, wie das „2. Programm“. Dass die Abendkirche in der Kreuzkirche stattfindet, habe einfache Gründe: Hier wird das ausreichende Ambiente geboten, das zu einem solchen Abend passt; hier kann der größtmögliche Freiraum in der Gottesdienstgestaltung genutzt werden.

Die Premiere der neuen Reihe steht am 17. Februar unter dem Thema „Warum meine Vergangenheit keine Rolle mehr spielt“. Musikalisch begleitet wird der Abend durch einen Chor und Band. Bei der 25 bis 30 Köpfe zählenden Gruppe aus dem Ruhrgebiet handelt es sich sowohl um Laien, als auch um Profis. Rock, Pop und Gospels sind angesagt. Die Musik wird sich wie ein roter Faden durch den etwa ein- bis eineinviertelstündigen Gottesdienst ziehen. „Wenn sich die Abendkirche etabliert“, so Pfarrer Dirk Grzegorek, „dann wird das ein großes Ding“. Deshalb hoffe und freue man sich auf weitere Unterstützung. Gesucht werden Musiker, die sich in die Abende mit einbringen.

Von Rainer Kanbach

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