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Abellio-Nachfolge: Entscheidung am 9. Dezember

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Von: Markus Wilczek

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Wer künftig die Ruhr-Sieg-Strecke bedienen und damit die Nachfolge von Abellio antreten soll, wird am 9. Dezember entschieden.
Wer künftig die Ruhr-Sieg-Strecke bedienen und damit die Nachfolge von Abellio antreten soll, wird am 9. Dezember entschieden. © Bernd Weißbrod

Die Entscheidung, welches Bahnunternehmen ab 1. Februar als Nachfolger von Abellio die Ruhr-Sieg-Strecke (RB 91 und RE 16) bedienen wird, soll am 9. Dezember fallen.

Auf diesen Termin für die Neuvergabe aller Strecken im NRW-Schienen-Personenverkehr, auf denen das finanziell angeschlagene Regionalbahnunternehmen Abellio unterwegs ist, hat sich der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zu Wochenbeginn festgelegt. Die langjährigen regulären Verträge mit Abellio würden wegen des Insolvenzverfahrens des Unternehmens beendet.

Damit verzögert sich das offizielle Abellio-Aus noch einmal um rund zwei Wochen. Zwar hat der VRR-Vergabeausschuss entschieden, dass sich das Unternehmen vorbehaltlich einer rechtlichen Prüfung ebenfalls an dieser Notvergabe beteiligen darf, dies ist aber vermutlich vor allem ein Versuch, die mehr als 1000 Mitarbeiter – sie sind der Unternehmenswert, den auch ein Nachfolger braucht – bei Laune zu halten. Im Ruhr-Sieg-Netz gilt derzeit eine Rückkehr zu DB Regio als wahrscheinlichste Option. Für diese Lösung hatten sich in der vergangenen Woche bereits CDU-Bundesgeneralsekretär Paul Ziemiak und der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Thorsten Schick stark gemacht und sich mit ihrem Anliegen in einem offenen Brief an NRW-Bahnchef Werner J. Lübberink gewandt.

Abellio dankt seinen Mitarbeitern: „Leistung beeindruckend“

Auch Abellio selbst versucht in einer Pressemitteilung seine Mitarbeiter noch einmal zu motivieren. „Allen Kolleginnen und Kollegen von Abellio in Nordrhein-Westfalen gilt unser aufrichtiger Dank. Die motivierten Abellio-Teams erbringen trotz aller Unsicherheiten weiterhin einen hochwertigen Service für unsere Fahrgäste“, heißt es in der Mitteilung. Jeder einzelne Mitarbeiter leiste seinen Beitrag, die Verkehre in den von Abellio befahrenen Netzen sicherzustellen und so Millionen Pendler an Rhein und Ruhr verlässlich und komfortabel ans Ziel zu bringen. „Diese Leistung der gesamten Abellio-Mannschaft ist beeindruckend.“

Um den Zugverkehr auf allen betroffenen Linien, neben dem Ruhr-Sieg-Netz unter anderem auch weitere wichtige Linien wie der RE1 von Aachen nach Hamm, der RE19 von Düsseldorf nach Kassel und die S2 von Dortmund nach Essen, sollen diese im Rahmen einer Notvergabe zunächst für den Zeitraum von zwei Jahren neu vergeben werden. Für die Bahnkunden soll dieser Übergang möglichst störungsfrei verlaufen. Fahrkarten behalten ihre Gültigkeit und auch einen Preisanstieg bei den Tickets soll es binnen dieser 24 Monate nicht geben.

Hohe Mehrkosten erwartet

Weil ein Notvergabe teuer ist, jeder Zugkilometer würde etwa drei Euro mehr Kosten (+20 Prozent), werden alle betroffenen Linien parallel für Ende 2023 regulär ausgeschrieben. Die Verantwortlichen hoffen durch diese Maßnahme, dass es mit längeren Vertragslaufzeiten so wieder günstiger wird. Stand jetzt dürfte sich dann auch wieder Abellio bewerben. Wer letztlich den Zuschlag bei der Notvergabe und auch der regulären Ausschreibung erhält, entscheidet in beiden Fällen auch der VRR-Vergabeausschuss.

Um mögliche Mehrkosten für die Notvergabe und den Betrieb der Linien ab 2023 zu decken, hatte die nordrhein-westfälische Landesregierung bereits 380 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zudem bestehen auch noch Bürgschaften und Forderungen gegen Abellio. Die Abellio-Mitarbeiter würden in jedem Fall auch künftig gebraucht, hatte das Land betont. Abellio durchläuft derzeit ein Schutzschirmverfahren, ein Sanierungsverfahren im Insolvenzrecht.

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