Tabula rasa bei Vossloh

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Vossloh-Geschäftsführer Christian Renners (links) und Bauleiter Arnd Gansohr von der Firma MTT (Lüdenscheid) erläutern die Planung für die „Fabrik der Zukunft“, die Vossloh am Werdohler Stammsitz baut. Kernstück ist die neue Produktionshalle, die so groß sein wird wie ein Fußballfeld.

Christian Renners ist zufrieden: „Das ist schon beeindruckend, wie hier gearbeitet wird. Das sind Profis“, sagt der Geschäftsführer von Vossloh Fastening Systems über die Arbeiter, die die zum Teil 100 Jahren alten Fabrikhallen dem Erdboden gleichgemacht haben. An gleicher Stelle soll eine neue Produktionshalle gebaut werden.

Vor fünf Wochen hatten die Abbrucharbeiten begonnen. Mehrere alte Hallen, insgesamt 5000 Quadratmeter groß, wurden abgerissen. Wo sie gestanden haben, ist nun nur noch eine große Betonplatte zu sehen, die aber auch noch verschwinden wird. „Wir sind mehr als gut im Zeitplan“, sagt Bauleiter Arnd Gansohr mit sichtlich zufriedenem Gesichtsausdruck. Von Überraschungen sei man bisher verschont geblieben. 

Von den Hochbauten, die Vossloh ersetzen will, ist jetzt nur noch der östliche Flügel des Verwaltungsgebäudes übrig geblieben. Der wird gerade noch entkernt und soll dann in dieser Woche noch abgerissen werden. Anschließend müssen noch die alten Bodenplatten der Gebäude verschwinden, denn die neuen Gebäude – neben der Produktionshalle wird auch ein Bürogebäude neu gebaut – sollen dem Höhenniveau der verbliebenen Gebäude angepasst werden. 

Beim Entfernen der massiven Betonplatten könnte es in den nächsten zwei bis drei Wochen etwas lauter werden auf der Großbaustelle. Gravierende Lärmbelästigungen erwartet Bauleiter Gansohr aber nicht: „Da wird nicht viel gehämmert, das Meiste wird geknackt“, verrät er, dass dabei spezielle Maschinen zum Einsatz kommen, die den Beton in kleine Stücke zerlegen. Eine solche Maschine wurde auch schon eingesetzt, mit Stahl bewehrte Bauteile der alten Fabrikhallen zu zerkleiner und damit das Metall vom Beton zu trennen. 

Überhaupt werden die verschiedenen Baustoffe auf der Baustelle getrennt und anschließend entsorgt oder wiederverwertet. So könnte es theoretisch sogar sein, dass von dem Stahl, der jetzt recycelt wird, irgendwann wieder Vossloh-Spannklemmen für die Schienenbefestigung hergestellt werden. Wenn dann auch die Bodenplatten und Fundamente verschwunden sind, wird sich nach Darstellung des Bauleiters eine genaue Untersuchung des Baugrundes anschließen. „Danach wird dann entschieden, wie die neuen Gebäude gegründet werden müssen“, erklärt Gansohr. 

Derweil sind Vossloh und die beauftragten Architekten längst in die Detailplanung eingestiegen. „Jetzt nehmen wir den letzten Schliff vor“, erklärte Vossloh-Geschäftsführer Renners, dass mittlerweile die Phase erreicht ist, in der beispielsweise entschieden werden muss, an welchen Stellen in der neuen, rund 7000 Quadratmeter großen Halle welche Maschinen und Öfen aufgestellt werden sollen. Insgesamt investiert Vossloh rund 40 Millionen Euro in das „Fabrik der Zukunft“ genannte Projekt. Am Werdohler Stammsitz des Bahntechnikkonzerns soll die weltweit modernste Produktion für Schienenbefestigungssysteme aufgebaut werden. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis zum Sommer 2020 dauern.

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