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Ab 1. November: Werdohler Stadtwerke erhöhen den Gaspreis

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Von: Volker Griese

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Es wird teurer, wenn sich der Gaszähler dreht: Die Stadtwerke Werdohl erhöhen zum 1. November die Preise. Kunden, die sich für eine langfristige Preisbindung entschieden haben, müssen aber nur die Gasumlage dazu zahlen.
Es wird teurer, wenn sich der Gaszähler dreht: Die Stadtwerke Werdohl erhöhen zum 1. November die Preise. Kunden, die sich für eine langfristige Preisbindung entschieden haben, müssen aber nur die Gasumlage dazu zahlen. © Bernd Weißbrod/DPA

Telefonate, E-Mails und sogar Briefe: „Hier ist im Moment einiges los“, berichtet Frank Schlutow, Geschäftsführer der Stadtwerke Werdohl, von zahlreichen Kundenanfragen. Der Grund sind die Schreiben, die die Verbraucher erhalten haben: Wie viele andere Versorgungsunternehmen erhöhen auch die Stadtwerke Werdohl die Gaspreise; und zwar zum 1. November dieses Jahres.

Werdohl – Dabei kommen die Werdohler, die den Stadtwerken treu sind, am besten weg: „Die Kunden mit langfristiger Preisbindung müssen nur die Mehrkosten zahlen, die durch die Gasumlage entstehen“, erklärt Schlutow. Das sind 2,419 Cent pro Kilowattstunde, also 24,19 Euro pro Megawattstunde. Auf diesen Betrag kommt noch die Mehrwertsteuer – momentan sind es noch 19 Prozent – sodass sich unterm Strich ein Mehrpreis von 2,88 Cent pro Kilowattstunde ergibt.

Werdohler, die den Tarif Lenne-Gas Top gewählt haben, damit sie jederzeit den Gasversorger wechseln können, müssen schon deutlich tiefer in die Tasche greifen. „Wobei die Preiserhöhung natürlich vom Verbrauch abhängig ist“, unterstreicht der Stadtwerke-Chef, und rechnet anhand eines fiktiven Beispiels vor: Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 15 000 Kilowattstunden pro Jahr würde im Top-Tarif ab November etwa zwölf Cent mehr pro Kilowattstunde zahlen. Die Gasumlage ist in dieser Erhöhung enthalten.

„Das ist sicherlich eine nicht ganz unerhebliche Erhöhung“, räumt Schlutow unumwunden ein, verweist aber auf das Internet-Vergleichsportal Verivox: Wer dort nach einem günstigen Gastarif sucht, wird schnell feststellen, dass er als Bestandskunde der Werdohler Stadtwerke dort preislich sehr gut aufgehoben ist. Allerdings: Ein Wechsel in einen der drei Angebotstarife des heimischen Versorgers ist momentan überhaupt nicht möglich. Nur der Tarif „Grund- und Ersatzversorgung für Privatkunden“, beziehungsweise „für berufliche, landwirtschaftliche und gewerbliche Zwecke ab 10 000 Kilowattstunden pro Jahr“ ist buchbar. Das hänge mit der Kalkulation zusammen, erläutert Schlutow: Um auch Neukunden versorgen zu können, müssten die Stadtwerke zusätzliches Gas einkaufen – die Marktpreise sind aktuell aber so hoch, dass die Abgabe zu einem der günstigeren Tarife nicht möglich sei.

Dass sich die Lage auf dem Gasmarkt in absehbarer Zeit beruhigt, ist mehr als unwahrscheinlich. Experten warnen angesichts der Preisentwicklung sogar vor bis zu 200 Prozent höheren Rechnungen für Verbraucher. Auch Frank Schlutow kann keine Entwarnung geben: „Wir wissen nicht, was noch kommt“, stellt er fest. Dabei hat er auch die Stadtwerke-Kunden im Blick, die einen Tarif mit Preisbindung bis zum Ende dieses Jahres gewählt haben.

Ein Hoffnungsschimmer für die Verbraucher ist die von der Bundesregierung angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer von bisher 19 auf sieben Prozent. „Wenn das kommt, zahlen die Verbraucher auf ihre gesamte Jahresrechnung den ermäßigten Satz. Dann sparen sie am Ende noch Geld“, weiß der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Dass auch die Gasumlage mittlerweile wieder auf den Prüfstand gestellt wird, kritisiert Frank Schlutow deutlich: „Wenn die Gasumlage wieder fällt, müssen wir alles zurücknehmen und neu kalkulieren“, ärgert er sich über die Bundespolitik. Das sei „ein Riesenaufwand“ für die Versorger.

Unabhängig von eventuellen Entlastungsplänen der Regierung sei das Einsparen von Gas die einfachste und effektivste Art, um die Haushaltskasse zu entlasten, betont der Stadtwerke-Chef. „Man sollte auf jeden Fall Energiespartipps, zum Beispiel zum richtigen Heizen und Lüften beherzigen“, unterstreicht Schlutow. Er ist überzeugt: „Wenn sich das jeder annimmt, dann kommen wir auch ohne Mangellage durch den Winter.“

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