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A45-Sperrung beeinflusst Ausbildungsmarkt: Mehr offene Stellen als Bewerber

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Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis besprachen (von links) Anna Markmann, Sandra Pawlas und Bettina Lugk.
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis besprachen (von links) Anna Markmann, Sandra Pawlas und Bettina Lugk. © Sachse

Die Sperrung der Autobahn 45 bei Lüdenscheid beeinflusst den Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Region massiv und verstärkt das Problem, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.

Werdohl – „Im Juli kamen auf jeden unversorgten Jugendlichen 2,8 Ausbildungsstellen“, sagt Sandra Pawlas, Chefin der heimischen Agentur für Arbeit Iserlohn.

Im Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Bettina Lugk nennt Pawlas aber auch weitere Gründe, die es für heimische Unternehmen immer schwieriger machten, ausreichend geeignete Auszubildende zu finden. „Durch die Corona-Maßnahmen ist die sonst übliche schulische Berufsorientierung weggefallen, und wir konnten die Jugendlichen nicht optimal in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen“, so Sandra Pawlas. Viele Jugendliche hätten den Ausweg darin gesehen, weiter zur Schule zu gehen. „Der ohnehin herrschende Trend zur Akademisierung verstärkt sich dadurch zusätzlich und die duale Ausbildung hat zu Unrecht an Ansehen verloren“, sagt die Agentur-Chefin. In dieser Lage die duale Ausbildung zu stärken, sei die Basis für die heimische Wirtschaft und trage letztlich zur Fachkräftesicherung bei.

Thema war auch das geplante Bürgergeld, das ab dem 1. Januar das Arbeitslosengeld II ablösen soll. „Mit der Sozialreform sollen bürokratische Hürden genommen werden, das Bürgergeld soll bürgerfreundlicher und ein Stück großzügiger sein. Es darf aber das Gerechtigkeitsempfinden jener, die beispielsweise in Vollzeit tätig sind, aber den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, nicht verletzen“, sagt Bettina Lugk. Die Reform müsse den Bedürfnissen der Arbeitssuchenden auf der einen Seite gerecht werden, aber auch so ausgestaltet sein, dass eine breite Mehrheit der Gesellschaft die Änderungen trage. „Den Jobcentern kommt eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, neue gesetzliche Regelungen umzusetzen. Das Expertenwissen und die Praxiserfahrung der Mitarbeiter sind essenzielle Bestandteile dafür, dass die Umstellung gelingt“, so Lugk.

Die Integration der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in die heimische Arbeitswelt wurde ebenfalls beleuchtet. „Wir möchten die Menschen passend zu ihrer Qualifikation in den Arbeitsmarkt vermitteln, eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber“, berichtet Anna Markmann, Leiterin Jobcenter Märkischer Kreis. „In Einzelfällen ist dies bereits gelungen, doch wir sind uns vollkommen bewusst, dass es zunächst darum geht, Sprachkurse und Kinderbetreuung zu vermitteln, damit die Menschen auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können.“

Sprachbarriere muss erst fallen

Der Spracherwerb, die Anerkennung von Abschlüssen und Qualifizierungen benötige Zeit, sodass den meisten Bewerber voraussichtlich erst im nächsten Jahr ein Einstieg in Beschäftigung gelingen werde, so Markmann abschließend.

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