Zwei Zeugen folgten ihm

Einnahme von Hustensaft endet vor Gericht

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Hölzerner Hammer auf Richterbank

Werdohl  - Ein 76-jähriger Werdohler musste sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten - weil er Hustensaft eingenommen hat.

Im Umgang mit manchen Medikamenten ist Vorsicht geboten, wenn sich ein Autofahrer nach der Einnahme ans Steuer setzt. An diesen Grundsatz erinnert ein Strafverfahren im Amtsgericht Altena, wo sich ein 76-jähriger Werdohler wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verantworten musste. Tatsächlich waren ihm am 26. Februar zwei Zeugen in ihrem Auto gefolgt, weil der Senior in Schlangenlinien fuhr und zuweilen den Bordstein touchierte.

Die herbeigerufenen Polizeibeamten trafen den 76-Jährigen auf dem Parkplatz des Netto-Marktes an und veranlassten die Entnahme einer Blutprobe. Die Schlangenlinien und das angeblich späte Bremsen vor einer Gruppe von Schülern auf dem Parkplatz gingen aber nicht etwa auf Alkohol, sondern höchstwahrscheinlich auf die Einnahme eines Erkältungsmedikaments zurück, das Codein enthielt.

Der Angeklagte aus seiner Sicht: Vor der Fahrt durch Werdohl sei er ohne Probleme nach Lüdenscheid und zurück gefahren. In Werdohl sei ihm dann aber übel geworden. Daraufhin habe er den Netto-Parkplatz angesteuert und Schiebedach sowie Fahrertür geöffnet, um frische Luft zu schnappen. Etwas später habe er zuhause angerufen, um sich abholen zu lassen. „Er ist 15 bis 20 Minuten im Auto geblieben“, ergänzte sein Verteidiger. „Mein Mandant hat alles richtig gemacht.“ 

Die Einnahme eines „ganz normalen Hustenmittels“ sei dem 76-Jährigen nicht vorzuwerfen.
Richter Dirk Reckschmidt wies jedoch darauf hin, dass die Einnahme des opiathaltigen Hustenmittels in Verbindung mit den Hinweisen auf die Fahruntüchtigkeit durchaus von strafrechtlicher Relevanz sei. Nach dem vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis am 26. Februar hatte der 76-Jährige eine Sanktion aber schon hinter sich. Mit seiner Zustimmung zur Einstellung des Verfahrens verzichtete er auf eine finanzielle Entschädigung für die führerscheinlose Zeit. Außerdem muss er eine Geldbuße von 250 Euro zahlen. „Ich bin froh, wenn ich meinen Führerschein zurückkriege“, erklärte er.

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