60.000 Euro teures Klimaschutzkonzept

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Werdohl - Thomas Schroeder vom Fachbereich Bauen und Immobilienmanagement sagte es dem Rat am Montag klipp und klar: Fördermittel für energiesparende Maßnahmen an städtischen Gebäuden werde es in Zukunft nur noch geben, wenn die Stadt auch ein entsprechendes Klimaschutzkonzept vorweisen könne.

So ein Konzept, das sei der allerneueste Informationsstand, werde bald verpflichtend von jeder Kommune gefordert. Noch sei es möglich, so Schroeder, diese Konzepterstellung durch Bundesmittel fördern zu lassen. 60.000 Euro werde „hoch gegriffen“ so eine Konzepterarbeitung kosten, bei der nur noch kurze Zeit zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeit von 85 Prozent bleibe bei der Stadt ein maximaler Eigenanteil von 9000 Euro.

Dirk Middendorf, der die Ratssitzung für den erkrankten Bürgermeister Griebsch leitete: „Es ist besser, es jetzt zu machen.“ In der Wirtschaft seien Klimaschutzkonzepte schon lange verpflichtend.

Skepsis äußerte einzig und allein WBG-Fraktionsvorsitzender Willibald Mertens, der sich als einziger bei der Beschlussfassung enthielt: „Wir geben 60.000 Euro aus Steuermitteln aus, da bin ich nicht mit zufrieden. Ich weiß nicht, ob das nicht im Wesentlichen zu Lasten der Bürger geht.“

Thomas Schroeder äußerte eine gegenteilige Meinung. Um das Geld der Werdohler Steuerzahler zu schonen, sei es wichtig, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Energieeinsparung in öffentlichen Gebäuden sei zum Wohle aller. Wenn die Stadt sich jetzt nicht um die Bundesmittel bemühe, müssten vielleicht später die kompletten 60.000 Euro von der Stadtkasse übernommen werden. Auch die SPD stimmte für die Konzepterstellung.

Matthias Wershoven: „Das ist längst überfällig, wir sind spät dran.“ Warum sich die Verwaltung allerdings jetzt erst in letzter Minute mit diesem Thema beschäftigt, blieb ungesagt. Der Förderzeitraum läuft Ende April aus. CDU-Ratsherr Michael Schürmann sagte, dass Klimaschutzkonzepte im „privaten Bereich schon lange abgefrühstückt“ seien. Ohne Konzept bekäme man keine Förderung. Jetzt wird ein Planungsbüro beauftragt, das bis zum Frühjahr 2016 ein solches Konzept fertiggestellt und präsentiert haben soll. - Volker Heyn

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