SV08 und DLRG Werdohl in Sorge

500 Kinder warten auf Schwimmausbildung: Situation spitzt sich immer weiter zu

Schwimmen lernen in den Sommerferien: DLRG und SV 08 bieten normalerweise gemeinsam im Üttlerlingser Freibad Kurse an. Ob das im zweiten Pandemiejahr möglich ist, steht aber noch nicht fest.
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Schwimmen lernen in den Sommerferien: DLRG und SV 08 bieten normalerweise gemeinsam im Üttlerlingser Freibad Kurse an. Ob das im zweiten Pandemiejahr möglich ist, steht aber noch nicht fest.

„Mittlerweile haben sich bereits 500 Kinder aus Werdohl angemeldet, um bei uns und der DLRG das Schwimmen zu lernen“, berichtet Peter Guder vom Schwimmverein 08 Werdohl. Die Warteliste für die Sommerferien-Kurse wächst stetig.

Werdohl – „Momentan planen wir, auch in diesem Jahr einen solchen Kursus durchzuführen. Aber wir wissen ja nicht, was möglich sein wird“, berichtet Guder. Es sei ihm auch Ende April nicht möglich, eine konkrete Aussicht zu geben.

„Im vorigen Jahr wurde das Freibad am 15. Juni eröffnet. In diesem Jahr ist bisher nur klar, dass es bis zum 30. Juni geschlossen bleibt“, sagt Guder weiter. Seit März 2020 finde nun keine Schwimmausbildung in Werdohl mehr statt. Der ehemalige SV08-Vorsitzende gesteht: „Das geht mir mittlerweile ganz persönlich an die Substanz.“

Auch dem Verein gehe es da nicht besser: „Wir hatten zuletzt 480 Mitglieder“, zählt Guder auf. „Doch vorigen Monat sind 45 ausgetreten und im laufenden Monat waren es auch schon wieder 19.“ Die Kosten indes liefen weiter: „Die Verbandsabgaben müssen wir unverändert zahlen und auch die Versicherungen wollen trotz Pandemie ihr Geld.“

Kurs mit Maske und Handschuhen?

Wenn er an einen möglichen Schwimmkurs im Sommer denke, sei er nicht allzu fröhlich: „Nach meinem Kenntnisstand dürften wir dann nur zehn Mädchen und Jungen unterrichten – und das mit Handschuhen an und Masken vor dem Gesicht.“ Er stellt die rhetorische Frage: „Wie soll ich denn einem Nichtschwimmerkind so das Schwimmen beibringen?“

Vom Eingang des Freibades in Ütterlingsen aus schaut Guder zum Schwimmerbecken: „Das Wasser ist eingelassen – wir könnten sofort loslegen.“ Doch das nächste Problem sei: „Die Kurse dürften wir ja coronakonform nur nach dem Ende des normalen Betriebes durchführen – also frühestens ab 19 Uhr. Kein Elternteil schickt uns seinen Nachwuchs bis 20 Uhr, wenn am nächsten Tag Schule ist.“ So ließe sich die überlange Warteliste also ohnehin nicht effektiv verkürzen.

Schließlich umfasse ein Nichtschwimmerkursus ja 20 Stunden. „Die Kinder müssen ja erst einmal ans Wasser gewöhnt werden. Diese Vorarbeit leisten die Eltern doch heute aus verschiedenen Gründen gar nicht mehr.“ An Thorsten Hänel, Fraktionssprecher der Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG), gerichtet sagt Guder: „Deshalb wünschen wir uns mehr Wasserzeiten – also so, dass wir spätestens um 17 Uhr beginnen können.“

Geldspende der WBG

Hänel und sein WBG-Kollege Klaus-Dieter Frick waren nach Ütterlingsen gekommen, um Spenden zu übergeben. Der SV08 sowie der heimische Ortsverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) erhalten von der kommunalpolitischen Vereinigung jeweils 150 Euro. Hänel begründet das Engagement seiner Ratsfraktion kurz und knapp: „Die Ehrenamtler brauchen Geld. Und Schwimmen ist wichtig.“ Für die DLRG nahm Geschäftsführerin Christina Conrad die kleine Geldspritze in Empfang.

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