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50 Kilometer Umweg: Firmenchef bleibt dennoch gelassen

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Von: Volker Griese

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Vor der Firma Haaf STS in Bärenstein ist die Fahrbahn der B229 besonders schlecht. Dort muss umfangreich saniert werden.
Vor der Firma Haaf STS in Bärenstein ist die Fahrbahn der B229 besonders schlecht. Dort muss umfangreich saniert werden. © Carla Witt

Die Stadt Werdohl hat jetzt die offizielle Umleitungsstrecke für die Dauer der Vollsperrung des Versetals in den Sommerferien bekannt gegeben. Vor allem LKW-Fahrer müssen sich auf einen weiten Umweg einstellen. Ein Vertreter eines besonders betroffenen Unternehmens bleibt dennoch erstaunlich gelassen.

Werdohl ‒ Etwa sechs Wochen lang soll die B 229 durch das Versetal vom 27. Juni komplett gesperrt werden, um dort Straßenbauarbeiten durchführen zu können. Die sind nach Darstellung der Stadt Werdohl und des Landesbetriebs Straßen.NRW notwendig, um die Bundesstraße nach der bereits im vergangenen Jahr erfolgten Neuverlegung einer Ferngasleitung für ihre bevorstehende Nutzung als Umleitungsstrecke zu ertüchtigen. Durch das Versetal soll nämlich der Verkehr fließen, wenn voraussichtlich im Dezember die marode Rahmedetal-Brücke der A45 gesprengt worden ist und dadurch die darunter liegende Altenaer Straße unpassierbar wird.

Im Versetal wird deshalb mit Beginn der Sommerferien die B 229 zwischen Fischersverse und der Einmündung zur Schwarzen Ahe voll gesperrt. Die offizielle Umleitungsstrecke führt dann über Lüdenscheid-Süd (L 694), Herscheid (L 561), Plettenberg (L 697) und die B 236 wieder in Richtung Werdohl. Diese Strecke ist insgesamt gut 50 Kilometer lang.

Anlieger sollen Fahrten reduzieren

„Die Zufahrt zu den ansässigen Firmen und Wohnhäusern wird je nach Bauphase entweder aus Lüdenscheid oder aus Werdohl unter Berücksichtigung temporärer Sperrung möglich sein“, kündigte Werdohls Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel immerhin an. Die Anlieger sollen ihren Worten zufolge zeitnah von der bauausführenden Firma Informationen erhalten, durch die über die Möglichkeit der Zufahrt informiert wird. Mentzel bittet Anwohner und Anlieger allerdings darum, die Fahrten innerhalb des Baufeldes auf das absolute Minimum zu reduzieren, da der Begegnungsverkehr der Anwohner zu erheblichen Problemen führen könne.

Fahrbahn in Bärenstein besonders marode

Zu den Firmen, die von der Straßensperrung in besonderem Maß betroffen sind, gehört die Spedition Haaf STS mit Sitz in Bärenstein. Unmittelbar vor dem Firmengelände ist die B 229 besonders marode, so dass es dort nicht mit einem Abfräsen der alten und Aufbringen einer neuen Asphaltdecke getan sein wird. Geschäftsführer Michael Schmidt geht nach Rücksprache mit dem ausführenden Bauunternehmen Ossenberg davon aus, dass die Straße dort ausgekoffert und komplett neu aufgebaut werden muss.

„Wir haben aber den Vorteil, das wir über zwei Zufahrten verfügen“, sagt Schmidt. Somit bleibe das Firmengelände zu jedem Zeitpunkt erreichbar. Dennoch ist ihm bewusst, dass die Baustelle für die Touren in Richtung Lüdenscheid und Plettenberg, wo große Kunden der Spedition sitzen, erhebliche Verzögerungen mit sich bringen wird. „Nach Lüdenscheid werden wir sicherlich eine Tour weniger am Tag fahren können, nach Plettenberg werden wohl nur drei anstatt fünf Touren möglich sein.

„Das ist alles nicht witzig, aber es muss ja irgendwann gemacht werden.“

Michael Schmidt, Geschäftsführer der Firma Haaf STS

Dennoch bleibt Schmidt erstaunlich gelassen: „Das ist alles nicht witzig, aber es muss ja irgendwann gemacht werden.“ Schlimmer noch als die bevorstehende Vollsperrung der B 229 empfindet er die Sperrung der A45. „Wichtig ist, dass die Brücke gesprengt und anschließend schnell neu gebaut wird“, sagt er.

Autofahrer suchen sich andere Wege

Der PKW-Verkehr, davon geht man auch bei den beteiligten Behörden aus, wird sich andere Wege suchen. Wer von Bärenstein aus nach Werdohl fahren muss, könnte beispielsweise ab Augustental über die Versestraße in Richtung Versetalsperre, dann über die Silbergstraße und schließlich an der Schwarzen Ahe (L 879) entlang und über Altenmühle ans Ziel kommen. Diese Strecke ist immerhin rund 15 Kilometer kürzer als die offizielle Umleitungsstrecke. Sogar noch kürzer wäre es mit knapp 18 Kilometern über Lüdenscheid und den Höhenweg (L 655). Für die meisten Autofahrer aus Werdohl ist dies ohnehin der kürzeste Weg in die Kreisstadt.

Der Höhenweg war auch einmal kurz als Umleitungsstrecke für den Schwerlastverkehr im Gespräch – zumindest in Richtung Lüdenscheid. Für Michael Schmidt von Haaf STS wäre das jedoch keine Option: „Unsere LKW sind stark genug, die würden das schaffen, aber insgesamt würde uns das nicht viel weiterbringen“, sagt er.

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