4810 Euro Schulden pro Werdohler

Werdohl - Die Schulden der Stadt Werdohl belaufen sich auf rund 87,5 Millionen Euro. Jeder Bürger steht mit 4810,46 Euro in der Kreide. Ende 2012 hatten die pro Kopf-Schulden noch bei gut 4000 Euro gelegen.

Grund für den Anstieg der Gesamtschulden von rund 75 Millionen auf 87,5 Millionen Euro sind höhere Kassenkredite. 45,5 Millionen Euro betrugen diese am 31. Dezember 2013, teilt das statistische Landesamt IT NRW mit. Ein Jahr vorher seien es noch 35 Millionen Euro gewesen, informierte Kämmerer Karl-Wilhelm Schlüter auf Anfrage unserer Zeitung. Ende 2011 hatte Werdohl Kassenkredite in Höhe von 29 Millionen Euro.

Die Stadt brauche diese Kassenkredite, um ihre Rechnungen begleichen zu können, erklärte Schlüter. Neben den Löhnen und Gehältern der städtischen Mitarbeiter bezahlt der Kämmerer davon also Reparaturen und den laufenden Unterhalt – eben alles, was keine Investition ist. Die Investitionskredite lagen Ende 2013 bei knapp 18,6 Millionen Euro. „Wir haben in den vergangenen Jahren keine neuen aufgenommen“, sagte Schlüter. Es gebe aber noch Altbestände, die abbezahlt werden müssten.

Rote Zahlen schreibt auch das Sondervermögen Abwasserbeseitigung, das getrennt vom sogenannten Kernhaushalt erfasst wird. Knapp 23,3 Millionen Euro Schulden weist die Statistik von IT NRW für das Sondervermögen aus. Damit der städtische Haushalt bis 2018 ausgeglichen ist, sollen keine neuen Kassenkredite aufgenommen werden. Das könne vor allem durch die 69 Maßnahmen des Sparpaketes gelingen, sagte Karl-Wilhelm Schlüter. „Die alten Kassenkredite werden wir über Jahre hinweg abzahlen.“

Schon in den kommenden Jahren könnten dafür etwa vier Millionen Euro jährlich zur Verfügung stehen. Diese Summe taucht für Abschreibungen als Minus im Haushalt auf, „aber das sind keine echten Zahlungen“, erläutert Schlüter. Der so entstehende Überschuss könne für die Tilgung der Kassenkredite genutzt werden. - Von Constanze Raidt

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