Gerichtsverhandlung

Angeklagter erinnert sich an gar nichts

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Ein 42-jähriger Werdohler hat monatelang Polizei und Geschäfte mit Randale und Diebstahl beschäftigt.

Werdohl - Monatelang beschäftigte ein 42-jähriger Werdohler im Jahr 2015 durch Randale und Diebstähle Polizeibeamte und Mitarbeiter diverser Einzelhandelsgeschäfte.

Vermutlich war er dabei nicht ganz bei sich, denn im Amtsgericht Altena versicherte er nun, sich an gar nichts mehr zu erinnern. Die Staatsanwältin half seinem Gedächtnis mit der Verlesung der Anklage ein wenig auf die Sprünge. Vier Polizisten soll der Mann am 23. April an der Werdohler Kik-Filiale beschäftigt haben. Auf seine Widerstandshandlungen und wenig originellen Beleidigungen reagierten die Beamten mit seinem Abtransport in den Polizeigewahrsam. „Immer wieder versuchte er, die Beamten zu treten“, heißt es weiter in der Anklage. 

Eine Taxifahrt von Lüdenscheid nach Werdohl zum Preis von 42 Euro soll er sich am 9. Mai durch die Vortäuschung seiner Zahlungsfähigkeit erschlichen haben. In der Nacht zum 2. Juli musste die 500 Euro teure Scheibe einer Werdohler Gaststätte dran glauben. Am 8. Juli soll er – ebenfalls in Werdohl – bei Lidl ein Notizheft zum Preis von 1,99 Euro geklaut und nach der Entdeckung zunächst eine Mitarbeiterin, später auch die Filialleiterin bedroht haben. 

Der Tenor seiner Sprüche: In einem Jahr sei sie nicht mehr da – beide müssten um ihr Leben fürchten. In den darauffolgenden Wochen soll er das ausgesprochene Hausverbot immer wieder missachtet haben. Dann soll der 42-Jährige mal wieder einen Ausflug nach Lüdenscheid gemacht haben, bei dem eine Bushaltestelle zu Bruch ging. Der Schaden lag laut Anklage bei 300 Euro. 

Werdohler Polizisten angegriffen

Erneute Randale in Werdohl brachte die Polizei in der Nacht zum 26. August auf den Plan: Gegen 0.30 Uhr soll der Angeklagte zwei Polizisten, die versuchten ihn zu fixieren, mit Faustschlägen angegriffen haben. Ein Beamter wurde dabei offenbar leicht verletzt. Weiter ging es mit zwei Schwarzfahrten im Abellio von Siegen nach Hagen und einer von Letmathe nach Siegen. 

„Es tut mir sehr leid, was da passiert ist“, versicherte der Angeklagte im Amtsgericht. „Haben Sie konkrete Erinnerungen?“, wollte Richter Dirk Reckschmidt wissen und erntete ein Nein. 

Für den Auftakt des Verfahrens hatte er noch auf Zeugen verzichtet, um zunächst einmal den Angeklagten zu den Vorwürfen zu hören. Doch da der sich so gar nicht erinnern konnte oder wollte, müssen zur Fortsetzung der Verhandlung zahlreiche Zeugen geladen werden. Man darf wohl davon ausgehen, dass diese ein erheblich besseres Gedächtnis haben.

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