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40-Millionen-Projekt: Das wird Vosslohs "Fabrik der Zukunft"

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Von: Volker Griese

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So soll Vosslohs Fabrik der Zukunft aussehen. Zwischen Vosslohstraße und Lenne will das Unternehmen in einer 8000 Quadratmeter großen Halle die weltweit modernste Produktion von Schienenbefestigungen aufbauen. © Vossloh

Werdohl - Fast ein Jahr lang sind auf dem Vossloh-Gelände alte Fabrikhallen abgerissen worden, um Platz zu machen für die „Fabrik der Zukunft“, wie der Konzern sein 40-Millionen-Euro-Projekt nennt. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat nun die Aufbauphase begonnen.

Die gesamte Spitze der Muttergesellschaft Vossloh AG war anwesend, als am späten Donnerstagnachmittag der Startschuss zum Aufbau einer neuen Produktion für Schienenbefestigungssysteme fiel. Der Vorstandsvorsitzende Andreas Busemann versprach eine „grüne Fabrik mit hochmodernen Arbeitsplätzen und höchsten Standards für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz“. 

Christian Renners, Geschäftsführer des in Werdohl ansässigen Geschäftsfelds Fastening Systems, skizzierte, was am Vossloh-Stammsitz bis 2021 entstehen soll und was das für Unternehmen, Mitarbeiter und die Region bedeutet. Durch die Investition werde der Standort Werdohl „für sehr lange Zeit“ gesichert, aber auch das Werk in Lüdenscheid, wo Kautschuk- und Kunststoffkomponenten hergestellt werden, werde profitieren. „Denn wir verfügen dann hier über die weltweit modernste Fertigung von Schienenbefestigungssystemen. Das stärkt auch die Region insgesamt, beispielsweise durch die Kaufkraft der Beschäftigten oder durch Aufträge für die heimische Wirtschaft.“ 

"Die Belegschaft zieht voll mit"

Jedem Mitarbeiter werde ein zukunftsorientierter Arbeitsplatz angeboten. „Die Belegschaft zieht voll mit, um die Fertigung in Deutschland zu sichern“, sagte Reners weiter. Das zeige sich in einem firmengebundenen Tarifvertrag. Dafür gebe es im Gegenzug eine Beschäftigungssicherung bis 2025. 

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Den ersten Spatenstich vollzogen Vossloh-Geschäftsführer Christian Renners, Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas, Werdohls Bürgermeisterin Silvia Voßloh, Vossloh-Betriebsrat Andreas Kretschmann, die Vorstandsmitglieder Volker Schenk, Andreas Busemann und Oliver Schuster, Geschäftsführer Marc Ullrich, Projektleiter Michael Streil, Architekt Hans Martin Schulte und Planer Torsten Mantel (von links). © Griese

In der Fabrik der Zukunft werde die Fertigung automatisiert und gleichzeitig durch mehr Systemkomponenten aus eigener Fertigung die Wertschöpfungstiefe erhöht, nannte Renners die Wettbewerbsvorteile, die sich Vossloh von der Investition verspricht. 

Werdohl Keimzelle der Vossloh AG

Der Vorstandsvorsitzende Andreas Busemann bezeichnete Werdohl als die Keimzelle der Vossloh AG und betonte, dass ein Argument für die Investition in Werdohl die dort vorhandenen Fachkräfte seien. Die gelte es im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit am internationalen Markt effizient einzusetzen. Busemann versprach die Entwicklung innovativer Produkte und Konzepte. „Die Innovationskraft von Vossloh wird durch die Nähe zum Technologiezentrum in Werdohl profitieren. Dort bauen wir gerade unsere Kompetenzen im Hinblick auf die intelligente Schienenfahrbahn aus“, sagte Busemann. Zudem kündigte er eine nachhaltigere Produktion an. Dafür stehe die Steigerung der Energieeffizienz ebenso im Fokus wie der verstärkte Einsatz von alternativen Energien. 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh freute sich darüber, dass der Bahntechnikkonzern an seinem Stammsitz investiert. „Vossloh und Werdohl sind eine Einheit“, brachte sie die Zusammengehörigkeit der Stadt und des seit 1888 dort ansässigen Unternehmens zum Ausdruck. Der Aufbau der Fabrik der Zukunft sei „wichtig für Werdohl und für die Familien, die hier leben“, sagte die Bürgermeisterin. 

Dzewas begrüßt "Bekenntnis zu Werdohl"

Auch Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas begrüßte das „Bekenntnis zu Werdohl, Lüdenscheid und der Region“, fand aber auch den Bezug zur nationalen Debatte um neue Verkehrskonzepte. „Ich hoffe, dass die Produkte dazu beitragen, die Mobilität in unserem Land voranzubringen“, sagte er mit Blick auf die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene.

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