Neue Corona-Regeln

„3G“ wird zentrales Kriterium: So reagieren Wirte, Händler und Friseure

Friseurmeister Karsten Groll setzt in seinem Beauty Center an der Bahnhofstraße zunächst noch auf die 3G-Regel, will aber schon bald nur noch Geimpfte und Genesene bedienen.
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Friseurmeister Karsten Groll setzt in seinem Beauty Center an der Bahnhofstraße zunächst noch auf die 3G-Regel, will aber schon bald nur noch Geimpfte und Genesene bedienen.

Aufgrund des Impffortschritts sieht die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW keine Schließungen oder Einschränkungen von Angeboten mehr vor.

Statt Inzidenzstufen gilt von Freitag an ab einer Inzidenz von 35 die „3G-Regel“: Zentrales Kriterium dafür, ob man eine Gaststätte besuchen, einkaufen gehen oder sich die Haare schneiden lassen kann, wird sein, ob man geimpft, genesen oder getestet ist.

Händlern, Wirten, Friseuren und anderen Dienstleistern steht es aber frei, die Regel nach eigenem Ermessen zu verschärfen und nur Geimpfte und Genesene („2G-Regel“) zuzulassen.

Jemanden abweisen? „Das kommt nicht infrage.“

Für Dimitrios Pantelidis, der zusammen mit seinem Bruder Theofilos sowohl das Bistro Fábrica als auch die Gaststätte Zum Spiegel betreibt, steht fest: „Wir lassen auch negativ Getestete herein!“ Jemanden abzuweisen, weil er sich nicht habe impfen lassen wollen oder könne, komme nicht infrage. „Was wäre denn sonst mit schwangeren Frauen? Die wollen vielleicht auch mal einen Kaffee bei uns trinken“, gibt er zu bedenken.

Für die Pantelidis-Brüder ist deshalb klar, dass sie sich an der 3G-Regel orientieren werden. „Ich werde aber kein Auge zudrücken, weil beispielsweise ein Test erst seit zwei Stunden abgelaufen ist“, sagt Dimitrios Pantelidis klipp und klar. Schließlich kenne auch das Ordnungsamt kein Pardon, das habe er im vergangenen Jahr erfahren müssen, als die Behörde bei ihm Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung geahndet habe. „Ich habe keine Lust mehr auf solche Strafen“, betont der Gastronom, der aber auch weiß, welche Konsequenzen eine Verschärfung der Situation für ihn, seinen Bruder und die ganze Branche haben könnte. „Wir wollen keinen weiteren Lockdown riskieren, weil wir den nicht überleben würden“, sagt der Wirt. Und er sieht auch sich und seine Kollegen in der Verantwortung: „Wir müssen selbst etwas dafür tun, dass uns das Geschäft im Herbst und Winter nicht verloren geht.“

Hoffen auf Biergarten-Wetter

Bis es in den nächsten Monaten wieder kalt wird, hoffen die Pantelidis-Brüder noch auf etwas Sommerwetter, denn die 3G-Regel gilt nur für Innenräume. Im Biergarten sind die Regeln noch lockerer, es entfällt beispielsweise die Maskenpflicht.

Der Einzelhandel profitiert in erster Linie vom Wegfall der Quadratmeter-Begrenzung. Wie Daniel Dalsasso, Manager des Lüdenscheider Stern-Centers, sagt, findet sich in der neuen Corona-Schutzverordnung, die offiziell ab Freitag greift, keine Zugangsbeschränkung für die Ladenlokale mehr. Die Maskenpflicht bleibt aber im gesamten Einkaufszentrum bestehen. Oberstes Ziel für den Manager des Stern-Centers bleibt nach eigenen Worten „die 100-prozentige Einhaltung aller Vorgaben“, um Kunden und Mitarbeiter vor Infektionen zu schützen. Daniel Dalsasso: „Wir wollen auch unter den immer noch erschwerten Bedingungen ein möglichst unbeschwertes Einkaufserlebnis bieten.“

Friseure müssen sich erstmals mit Testergebnissen auseinander setzen

Die 3G-Regel gilt allerdings für die im Center arbeitenden Friseure – und natürlich für alle anderen Friseure. Die müssen sich ab Freitag erstmals mit Testergebnissen auseinander setzen. Bisher waren die Salons entweder geschlossen oder mussten unter erhöhten Hygienemaßnahmen arbeiten, jetzt müssen sie ihre Kunden, die noch nicht immunisiert sind, nach einem Negativ-Test fragen.

Der Werdohler Friseurmeister Karsten Groll, der an der Bahnhofstraße mit elf Mitarbeiterinnen das Beauty Center Groll betreibt, glaubt aber, dass sich das Thema durch fortschreitende Impfungen erledigen wird. „Wir starten nach der 3G-Regel, werden aber später – wahrscheinlich noch vor Oktober – zur 2G-Regel wechseln“, verriet er die Strategie, in einigen Wochen nur noch nachweislich geimpfte und genesene Kunden bedienen zu wollen. Groll glaubt, dass Tests für sein Geschäft kaum noch eine Rolle spielen werden, wenn sie erst nicht mehr kostenlos zu haben sind.

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