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2G in Handel und Gastronomie: So läuft es in Werdohl und Neuenrade

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Von: Carla Witt

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Die 2G-Regel gilt in der gesamten Gastronomie. Die Wirte in Werdohl kontrollieren die Nachweise ihrer Gäste genau. Probleme gibt es selten.
Die 2G-Regel gilt in der gesamten Gastronomie. Die Wirte in Werdohl kontrollieren die Nachweise ihrer Gäste genau. Probleme gibt es selten. © Julian Stratenschulte

In die Gastronomie und auch in viele Geschäfte dürfen nur noch Geimpfte und Genesene. Wie es mit der 2G-Regelung und den Kontrollen läuft, berichten Händler und Gastro-Betreiber aus Werdohl und Neuenrade.

„Wir kommen zurecht“, sagt Brigitte Spelsberg. Beklagen will sich die Inhaberin der Gaststätte Versevörder Hof zwar nicht, sie lässt aber durchblicken, dass die 2G-Regel in der Gastronomie erneut zu Umsatzeinbußen führt.

„Alle Feiern sind abgesagt worden“, stellt Brigitte Spelsberg fest. Normalerweise gebe es in der Adventszeit jede Menge Arbeit. Doch auch im zweiten Corona-Winter ist es in der Gaststätte ziemlich leer. „Weihnachtsfeiern finden einfach nicht statt“, sagt die Werdohlerin.

Außer-Haus-Verkauf nimmt zu

Im Gegenzug habe allerdings der Außer-Haus-Verkauf wieder zugenommen. Und einige Gäste genießen auch weiterhin den Restaurantbesuch. „Wir kontrollieren nicht nur den Impfausweis, sondern auch den Personalausweis“, unterstreicht Brigitte Spelsberg. Fast alle Besucher hätten dafür Verständnis. „Aber wir hatten kürzlich einen Gast, der hat sich schrecklich aufgeregt, als wir seinen Ausweis sehen wollten“, erzählt die Werdohlerin.

Brigitte Spelsberg hofft, dass sie coronabedingt zumindest mit Blick auf die Festtage nicht alle Planungen über Bord werfen muss. „Wir sind an beiden Weihnachtsfeiertagen ausgebucht“, erzählt sie. In Pandemiezeiten bedeute das: an beiden Tagen könnten jeweils etwa 40 Gäste ihr Essen im Versevörder Hof genießen.

Gäste zeigen Verständnis

Im Restaurant Thuns in Kleinhammer gibt es weder am 2. Weihnachtsfeiertag noch Silvester noch einen freien Tisch. „Ausgebucht“ lautet der Vermerk auf der Internetseite nicht nur hinter den weihnachtlichen Mittag- und Abendessen, sondern auch hinter dem Stichwort Silvestermenü. Auch am Wochenende könne er sich über Gästemangel nicht beklagen, berichtet Wirt Martin Thun. Doch auch im Restaurant Thuns sei ein wichtiges Standbein der Gastronomie eingebrochen. „Alle Gesellschaften sind abgesagt worden. Sogar die Goldene Hochzeit wird nicht gefeiert“, erklärt Martin Thun.

Positiv sei, dass die Gäste durchweg Verständnis für die Kontrollen im Rahmen der 2G-Regel hätten. „Noch bevor der Mantel ausgezogen ist, kontrollieren wir den Impfnachweis und den Personalausweis“, stellt der Wirt fest. Darauf könnten sich die Gäste im Vorfeld einstellen. „Denn ohne eine vorherige Reservierung geht bei uns nichts“, unterstreicht Martin Thun.

Zwei Besucher können Impfpass nicht vorweisen

Das ist in der Fábrica zwischen Bahnhof und Edeka ganz anders. „Ich lebe auch davon, dass meine Gäste spontan kommen, um einen Kaffee oder ein Bier zu trinken“, sagt Inhaber Dimitrios Pantelidis. Für die meisten Gäste sei die 2G-Regel aber dennoch kein Problem. „Sie wissen, dass wir kontrollieren müssen und haben die Dokumente meist schon parat.“ Lediglich zwei Besucher hätten bisher ihren Impfpass nicht vorweisen können. „Ich habe sie gebeten, das Lokal zu verlassen und sie sind gegangen. Probleme gab es aber nicht.“

Kinder und Jugendliche: Keine Ferien-Regel

Die Ergänzung der aktuellen Coronaschutzverordnung vom 9. Dezember besagt, dass Kinder und Jugendliche im Alter bis einschließlich 15 Jahren immunisierten Personen gleichgestellt sind. Das bestätigt Werdohls Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel. Von einer Ausnahmeregelung in den bevorstehenden Weihnachtsferien – in dieser Zeit entfallen die verbindlichen, regelmäßigen Schultestungen – ist in der aktuellen Verordnung nicht die Rede.

Während der Herbstferien mussten Schüler, die ein 3G-Angebot in Anspruch nehmen wollten, dagegen noch einen negativen Bürgertest vorlegen. Jetzt gilt die strengere 2G-Verordnung – Kinder und Jugendliche dürfen offenbar in den Ferien aber ungetestet 2G-Angebote in Anspruch nehmen.

Der Inhaber der Fábrica ist momentan „im Großen und Ganzen“ zufrieden. „Als 2G eingeführt wurde, war es zuerst relativ leer. Das hat sich inzwischen geändert.“ Besonders am Wochenende sei die „All Day Coffee Lunch Bar“ inzwischen aber recht gut besucht.

Keine 2G-Kontrolle im Baumarkt

Sollte es soweit kommen, dass auch Geimpfte demnächst einen Test vorweisen müssen, fürchtet Dimitrios Pantelidis um seine Kunden. „Viele Geimpfte werden vielleicht nicht einsehen, dass sie sich auch noch zusätzlich testen lassen sollen. Und diejenigen, die spontan etwas trinken wollen, würden dann ja auf keinen Fall mehr kommen.“

2G-Kontrollen müssen die Kunden des Hagebaumarktes Arens & Hilgert in Neuenrade übrigens nicht befürchten. „Wir sind ein Mischbetrieb, für uns gilt die 2G-Regel nicht“, erklärt Geschäftsführer Jens Hilgert. Da ein großer Teil des Sortiments, das am Hüttenweg angeboten wird, Waren beinhaltet, die zum täglichen Bedarf zählen, gibt es keine coronabedingten Beschränkungen für den Einkauf. Der Hagebaumarkt bietet neben Tierfutter und Schnittblumen beispielsweise auch eine Lebensmittel-Auswahl an.

Maskenpflicht und Abstandsregeln

Natürlich sei es eine Erleichterung, keine Immunisierungs- oder Genesenennachweise kontrollieren zu müssen, stellt Hilgert fest. „Zumal wir ja mehrere Eingänge haben.“ Hilgert unterstreicht aber, dass die Maskenpflicht und die Abstandsregeln im Markt „penibel umgesetzt“ würden: „Auch, wenn die meisten Kunden geimpft sind, achten wir darauf ganz genau.“

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