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290 PS stark: Neue Drehleiter für die Werdohler Wehr

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Von: Volker Griese

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Drehleiter der Werdohler Feuerwehr im Einsatz beim Großbrand in der Härterei Kirchhoff
Beim Großbrand in der Härterei Kirchhoff im Juli hat die 24 Jahre alte Drehleiter der Feuerwehr ihren Dienst versagt. Jetzt wird eine neue angeschafft. © Birke, Maximilian

Ein Großbrand in der Härterei Kirchhoff hat vermutlich den letzten Ausschlag gegeben: Die 24 Jahre alte Drehleiter der Werdohler Feuerwehr soll bereits im Herbst nächsten Jahres durch ein 290-PS-starkes Fahrzeug ersetzt werden.

Werdohl - Der Einsatz beim Großbrand in Dresel im Juli war wohl der letzte Auslöser: Weil – wieder einmal – die Elektronik der Drehleiter versagte, soll jetzt so schnell wie möglich ein neues Hubrettungsfahrzeug angeschafft werden. Den entsprechenden Auftrag hat der Vergabeausschuss am Donnerstag bereits erteilt.

Beim Einsatz in Dresel hatte sich die Teleskopleiter des Fahrzeugs zwar aus-, aber nicht wieder motorisch einfahren lassen, sodass der Leitersatz nur im Notbetrieb wieder zusammengesteckt werden konnte. Zum Glück war mit der Drehleiter der Feuerwehr Altena ein ähnliches Einsatzfahrzeug vor Ort gewesen. Die Werdohler Drehleiter wurde daraufhin überprüft, wobei sich herausstellte, dass ein elektronisches Bauteil defekt war.

Ausfall der Drehleiter zuletzt nichts Neues

Für Christoph Niggemann, Chef des Löschzugs Stadtmitte, war der Ausfall der Drehleiter nichts Neues. „Wir hatten in der Vergangenheit des Öfteren Probleme mit der Drehleiter, zum Glück meistens bei Übungen“, sagte er auf Nachfrage. Derzeit sei das Fahrzeug zwar einsatzbereits, aufgrund seines Alters – die Drehleiter wird im Dezember 24 Jahre alt – müsse aber jederzeit mit einem erneuten Ausfall gerechnet werden.

Die Stadt ist auf die Anschaffung einer neuen Drehleiter auch grundsätzlich vorbereitet. Im Brandschutzbedarfsplan ist dies ebenso für das Jahr 2023 vorgesehen wie im Investitionsplan. Da das Fahrzeug aber bisher nicht bestellt war und die Lieferzeit für derartige Modelle normalerweise etwa zwei Jahre beträgt, wäre eine neue Drehleiter aber wohl frühestens Ende 2024 in Werdohl eingetroffen.

Glücklicher Zufall: Passendes Fahrgestell in Ulm verfügbar

Dass die Feuerwehr nun wohl bereits im Herbst 2023 eine neue Drehleiter erhalten wird, ist ein Zufall: Bei der Ulmer Firma Magirus, dem weltgrößten Hersteller von Drehleitern, ist gerade ein passendes Mercedes-Fahrgestell verfügbar, sodass Werdohl mit einer Lieferzeit von „nur“ zehn Monaten rechnen kann.

Allerdings wird die neue Drehleiter mit einem Anschaffungspreis von fast einer Million Euro etwa 40 Prozent teurer als im Investitionsplan vorgesehen. Das dürfte zumindest teilweise auf die allgemeine Preissteigerung zurückzuführen sein.

290 PS und eine telekopierbare Leiter mit Knickgelenk

Das von einem 290-PS-Motor angeriebene Fahrzeug werde aber auch über eine telekopierbare Leiter mit Knickgelenk verfügen, die den einsatztaktischen Wert steigere, berichtete Löschzugführer Niggemann. „Das hat Vorteile, weil wir dann in enger Bebauung näher an die Gebäude herankommen“, erklärte er. Auch bei Einsätzen am Flussufer habe die Gelenkdrehleiter Vorteile, weil ein Teil des Leiterersatzes nach unten abgeknickt werden könne. Und nicht zuletzt könnten Einsatzkräfte vom Boden aus in den Rettungskorb steigen.

Darüber hinaus soll die Dienst- und Schutzkleidung sowie Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr ergänzt werden. Etwa 30 000 Euro will sich die Stadt das kosten lassen. Den Lieferauftrag hat der traditionsreiche Bielefelder Feuerwehrausrüster Carl Henkel erhalten.

Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses macht Fortschritte

Auch die Planung des neuen Feuerwehrgerätehauses für den Löschzug Stadtmitte am Grasacker macht Fortschritte. So hat der Vergabeausschuss gleich mehrere Fachplanungsaufträge vergeben. Die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen soll für knapp 130 000 Euro ein Düsseldorfer Planungsbüro übernehmen. Die Tragwerksplanung soll für rund 95 000 Euro eine Ingenieurgesellschaft aus Arnsberg erstellen, und die Frei- beziehungsweise Außenanlage soll für rund 60 000 Euro das in Werdohl bereits durch mehrere Projekte bekannte Planungsbüro Finger aus Sundern planen

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