„Dermaßen bescheuert gefahren“ - Streit vor Gericht

Wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubter Entfernung vom Unfallort in zwei Fällen schickte die Staatsanwaltschaft Hagen einem 26-jährigen Werdohler einen Strafbefehl über 120 Tagessätze zu je 40 Euro und verhängte eine zwölfmonatige Sperrfrist für den Führerschein.

WERDOHL ▪ In den frühen Morgenstunden des 1. Juli hatte es ein 26-Jähriger auf der Höhenstraße besonders eilig: Erst berührte sein Fahrzeug in Höhe des Seniorenwohnheims „Forsthaus“ gegen 6.10 Uhr beim Überholen den Wagen einer anderen Verkehrsteilnehmerin, die ins Trudeln geriet und eine Halswirbel-Verdrehung erlitt. An ihrem Fahrzeug entstand zudem ein Schaden von gut 2500 Euro.

Der 26-jährige Unfallverursacher kümmerte sich jedoch nicht darum und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit weiter: Dadurch kam er kurz darauf mit seinem BMW von der Fahrbahn ab, beschädigte unter anderem die Leitplanke und eine Regenrinne (Schadenssumme 2750 Euro) und setzte die Fahrt diesmal mit Hilfe eines anderen Fahrzeugs fort, das er allerdings nicht mehr selbst steuerte.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubter Entfernung vom Unfallort in zwei Fällen schickte ihm die Staatsanwaltschaft Hagen einen Strafbefehl über 120 Tagessätze zu je 40 Euro und verhängte eine zwölfmonatige Sperrfrist für den Führerschein. Dagegen wehrte sich der Mann jetzt im Amtsgericht Altena. Denn durch den Verlust des Führerscheins hatte er auch seine Arbeitsstelle verloren und müsse seitdem seine Frau und seine beiden kleinen Kinder von Arbeitslosengeld ernähren. Richter Reckschmiede verringerte die Höhe der Tagessätze auf 15 Euro und gab dem Angeklagten klare Worte mit auf den Weg: „Dermaßen bescheuert zu fahren, ist im Grunde genommen ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.“ Bei den noch verbleibenden neun Monaten Sperrfrist für den Führerschein blieb es. Ob der Angeklagte jemals den Führerschein wiederbekommt, bezweifelte Reckschmiede.

Von Thomas Krumm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare