25-jähriger Werdohler gesteht Veruntreuung

WERDOHL - Wer sich von jemandem dessen Giro-, EC- oder Kreditkarte ausleiht, sollte sehr genau hinhören, wieviel Geld er damit abheben darf. Für einen 25-jährigen Werdohler kam dieser Rat zu spät.

Seine Freundin hatte ihm erlaubt, 30 Euro abzuheben. Stattdessen holte er sich bei drei Abhebungen am 31. März und 1. April 2012 an Geldautomaten in Werdohl und Altena 200 Euro.

„Ich habe mehr abgehoben, als ich durfte“, legte der junge Mann ein klares Geständnis ab und erklärte sein Vorgehen mit seiner – damals - schwierigen Lebenslage, die durch den Alkohol noch schlimmer geworden war. Zum Termin im Amtsgericht Altena hatte er 200 Euro in bar mitgebracht, die er der Geschädigten, mittlerweile seiner Ex-Freundin, mit einer Entschuldigung überreichte. Eine neue Arbeitsstelle hatte ihm offensichtlich gut getan und die finanziellen Verhältnisse so geordnet, dass er sich auf den Weg in eine bürgerliche Existenz gemacht hatte: „Ich habe einen Sohn“, ließ er die Prozessbeteiligten wissen. „Mein Leben hat sich geändert.“

Das Problem blieb aber die Vergangenheit des 25-Jährigen: Vorstrafen wegen Diebstahls und räuberischen Diebstahls; eine 18-monatige Haftstrafe wegen Brandstiftung und räuberischer Erpressung saß der junge Mann ab.

Zum Zeitpunkt der Untreue, denn das war die unbefugte Nutzung der EC-Karte, stand er noch unter Bewährungsaufsicht. Wohl auch deshalb wurde die Geschichte für ihn recht teuer: „60 Tagessätze zu je 30 Euro“, lautete letztlich das Urteil, das dem Umstand Rechnung trug, dass der Angeklagte mittlerweile ein durchaus respektables Einkommen erzielt – ganz legal. - Von Thomas Krumm

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