Fördermittel fließen nach Werdohl

244 000 Euro für OGS der Zukunft

Diese Zeiten werden wiederkommen: Bei der offenen Ganztagsbetreuung an der Ütterlingser Grundschule geben Petra Schmidt und Kerstin Hitzegrad Mittagessen an die Kinder aus. Um die OGS in den kommenden Jahren noch weiter auszubauen, hat die Stadt rund 250 000 Euro Fördermittel beantragt.
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Diese Zeiten werden wiederkommen: Bei der offenen Ganztagsbetreuung an der Ütterlingser Grundschule geben Petra Schmidt und Kerstin Hitzegrad Mittagessen an die Kinder aus. Um die OGS in den kommenden Jahren noch weiter auszubauen, hat die Stadt rund 250 000 Euro Fördermittel beantragt.

Auch wenn wegen Corona normale Schule noch in unerreichbarer Ferne zu liegen scheint: Um für einen Ausbau der offenen Ganztagsbetreuung vorbereitet zu sein, hat die Stadt knapp eine Viertelmillion Euro Fördermittel beantragt.

Die Chancen stehen sehr gut, dass das Geld nach Werdohl fließen wird.

Schon seit mehr als 20 Jahren wollen viele Eltern von den Grundschulen mehr als nur Unterricht am Vormittag. Anfangs waren das Angebote wie „verlässliche Grundschule von acht bis eins“, später wurde daraus die Offene Ganztagsbetreuung (OGS) entwickelt. Beide Formen existieren heute teilweise parallel, natürlich sind die Eltern nicht gezwungen, ihre Kinder dorthin zu schicken.

Warteliste ist abgearbeitet

An den drei Werdohler Grundschulen stieg die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung stetig an. Im November vergangenen Jahres erfolgte der jüngste Beschluss zur Aufstockung der OGS-Plätze von derzeit 150 auf dann 170. Die kurze Nachfrage-Warteliste ist damit abgearbeitet.

Beide konfessionellen Schulen sowie der städtische Schulstandort Kleinhammer bieten OGS an, nur auf der Königsburg gibt es keine Ganztagsbetreuung. Eltern aus diesem Bereich, die für ihre Kinder OGS wünschen, melden sich deshalb in Kleinhammer an. Das wiederum führt unter anderem dazu, dass nach dem Sommer drei Eingangsklassen in Kleinhammer gebildet werden, aber nur eine auf der Königsburg.

Rechtsanspruch auf OGS-Platz

Weil in der jüngsten Schulentwicklungsplanung für die kommenden fünf Jahre keine konkreten Planungen für den Bereich des offenen Ganztags genannt wurden, fragte Thorsten Hänel, Vorsitzender der Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG), nach. Die in dem Augenblick überraschende Antwort kam von Reinhardt Haarmann, der für die Schulentwicklungsplanung bei der Stadt verantwortlich ist. Im Vorgriff auf den Rechtsanspruch von Eltern auf einen OGS-Platz ab dem Jahre 2025 seien knapp 250 000 Euro Fördermittel beantragt worden, teilte er am Rande der Sitzung mit.

Reinhardt Haarmann erklärte die Zusammenhänge anschließend im Gespräch mit der Redaktion. Am 22. Februar seien die Kommunen per Runderlass des Bildungsministeriums NRW auf den Fördertopf „Zuwendung zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder“ aufmerksam gemacht worden.

Unterrichtsräume multifunktional nutzen

Innerhalb kürzester Zeit hatte Haarmann in direkter Absprache mit den Leiterinnen der Grundschulen einen Förderantrag formuliert. Aufgrund der Eile sei der Antrag nur grob konzipiert worden. Im Grunde gehe es darum, Unterrichtsräume multifunktional für die OGS zu nutzen. Bei der Anschaffung von Möbeln sollen zukünftig solche Tische und Stühle angeschafft werden, die vormittags für den Unterricht und nachmittags für die Betreuung im selben Raum genutzt werden können. Haarmann: „Da gibt es sehr schöne und ganz praktikable Lösungen.“

Wenn in Zukunft Klassensätze an neuem Mobiliar angeschafft werden, soll dafür das Fördergeld eingesetzt werden. Beantragt worden sind 244 000 Euro inklusive des 15-prozentigen Eigenanteils der Stadt. Die Chancen auf Zuteilung stünden sehr gut, der Antrag wurde am 19. März nach Düsseldorf geschickt. Haarmann: „Das Förderkontingent ist so konstruiert, dass alle zum Zuge kommen werden.“ Da der Bewilligungsbescheid allerdings noch nicht vorliegt, kann Haarmann die Fördermittel natürlich nicht konkret verplanen.

Vorausschauende Antragsstellung

Gemeinsam mit den drei Schulleiterinnen Nina Manns, Maria Apprecht und Britta Schwarze habe sich die Schulverwaltung für eine vorausschauende Antragstellung entschieden. Haarmann: „Wenn der Rechtsanspruch in 2025 kommt, wollen wir vorbereitet sein. Die Schulleitungen und wir sind uns einig, jetzt schon in eine attraktivere OGS zu investieren.“ Sobald das Geld bewilligt sei, könne man in die Feinplanung für die Anschaffung von solchen multifunktionalen Möbeln einsteigen.

Es war übrigens die erste fünfjährige Schulentwicklungsplanung, die Haarmann als Abteilungsleiter für die Stadt erarbeitet hatte. Frühere Planungen waren durch den mittlerweile pensionierten Fachbereichsleiter Michael Grabs erstellt worden. Die letzte Planung von Grabs barg noch die große Problematik, dass die Stadt letztlich durch die Bezirksregierung zur Aufgabe einer weiterführenden Schule gezwungen worden war.

Ruhe an allen Fronten

Dieses Konfliktpotenzial war in der vorliegenden Planung nicht mehr gegeben, stattdessen wird für die kommenden fünf Jahre Ruhe an allen Fronten attestiert. Alle Schulleitungen hatten sich in öffentlicher Sitzung des Schulausschusses bei Haarmann für die konstruktive Zusammenarbeit bedankt. Haarmann hatte diesen Dank zuvor an die Leitungen ausgesprochen: „Wir sprechen ganz offen miteinander, das ist ein guter und vertrauensvoller Dialog in beide Richtungen.“

Die vielen Mühen und Anstrengungen, die in der vormaligen Schulentwicklungsplanung steckten, zahlten sich nun aus. Vor allem die Anmeldezahlen für die Gesamtschule sind aus dem kritischen Bereich heraus. Dass hier mit dem Erhalt der AEG eine zukunftsfähige Lösung gefunden wurde, stellte der Ausschuss befriedigt fest.

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