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Kokain und Amphetamin verkauft: 32-Jähriger vor Gericht

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Von: Thomas Krumm

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Das gefundene weiße Pulver reagierte beim Schnelltest auf Kokain.
Mehr als elf Gramm Kokain fand die Polizei am 18. Dezember 2020 in der Wohnung des Angeklagten in Werdohl. © Symbolfoto: Christian Charisius/dpa

Mit einem umfassenden Geständnis hat im Landgericht Hagen der Prozess gegen einen 32-jährigen Angeklagten begonnen, in dessen Werdohler Wohnung die Polizei am 18. Dezember 2020 gut elf Gramm Kokain und 32 Ecstasy-Tabletten sichergestellt hatte. Ungewöhnlich war der Aufbewahrungsort des Kokains: Die Beamten fanden es hinten links in einer Gewürzschublade.

Werdohl - Der Angeklagte gab zu, dass er mit dem Drogenhandel damals seinen eigenen Konsum finanzierte. Es sei ihm damals aus persönlichen Gründen sehr schlecht gegangen. Über seinen Verteidiger erklärte er, dass er seinerzeit „ein falsches Verständnis von Recht und Gesetz” gehabt habe. Ein Urteil des Landgerichts Hagen vom 8. März 2021 unterstrich, dass er sich auf einem riskanten Irrweg befunden hatte. Die Richter verurteilten ihn wegen bewaffneten Handeltreibens mit einer nicht geringen Menge Betäubungsmittel zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten.

Diese verbüßt der Angeklagte derzeit im offenen Vollzug, was ihm erlaubt, weiterhin berufstätig zu sein. Vor Gericht konnte er damit punkten, dass sein Arbeitgeber den bisher befristeten Arbeitsvertrag kürzlich verlängert und entfristet hat. Der Angeklagte sei ein „gut organisierter und sehr zuverlässiger Mitarbeiter“, hieß es in einer Stellungnahme. „Er ist froh, dass er in Ruhe seiner Arbeit nachgehen kann“, erklärte der Verteidiger des 32-Jährigen.

Die jetzt angeklagten Straftaten lagen vor den Taten, die zum Landgerichtsurteil vom 8. März führten. Der Verteidiger brachte auf dem Hintergrund des bereits gefällten Urteils eine mögliche Einstellung des Verfahrens ins Spiel. Doch vor einer Entscheidung sollen die Vorwürfe aufgeklärt werden. Diese treffen auch die 23-jährige Freundin des Angeklagten: Denn die Polizei fand in ihrer Handtasche in seiner Wohnung einige Ecstasy-Pillen. Die Anklage machte daraus eine Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

Die Beschuldigte schwieg zu diesem Vorwurf. Ihr Anwalt stellte jedoch die Durchsuchung ihrer Handtasche in der Wohnung des Angeklagten in Frage: Der erlassene Durchsuchungsbefehl habe lediglich für seine Wohnung in Werdohl gegolten und nicht für die Durchsuchung ihrer Handtasche. Ganz abgesehen davon stellt sich die Frage, ob aus dem Vorhandensein von ein paar Ecstasy-Pillen in ihrer Tasche eine Beihilfe zum Drogenhandel abgeleitet werden kann.

Ein Zeuge blickte weit zurück in die finsteren Jahre des Angeklagten. Er bestätigte, dass der 32-Jährige Kokain und andere Drogen verkauft habe. Sein letztes Geschäft mit dem Angeklagten liege allerdings schon Jahre zurück. Danach habe er eigentlich nichts mehr mit ihm zu tun gehabt.

Der Zeuge ließ damals offenbar nichts anbrennen: Er hatte durch Drogenkäufe Schulden beim Angeklagten aufgehäuft. Dieser und eine weitere Person hätten ihn mit einem Auto gestellt und ihn wegen nicht gezahlter Schulden „angemacht“. Solche Geschichten können unangenehm enden. Der Zeuge machte etwas Anderes: „Dann bin ich zur Polizei gegangen.“

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