B 229: Hangbrücke ohne Gehweg

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Folgt der Ausschuss dem Vorschlag der Verwaltung, ist dieser Teil der B 229 ab 2015 nur noch den Autos vorbehalten.

WERDOHL - 620 000 Euro könnte die Stadt Werdohl sparen, sollte sie auf eine Erneuerung des Gehwegs an der Neuenrader Straße (B 229) verzichten. Das geht aus einer Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am Dienstag hervor. Zusätzlich würden laufende Kosten für Straßenreinigung, Winterdienst und die bauliche Unterhaltung des Gehweges entfallen.

Im Jahr 2015 wird der Landesbetrieb Straßen NRW die Hangbrücke an der B 229 auf einer Länge von rund 328 Metern durch eine neue Stützwand ersetzen (wir berichteten). Bisher war geplant, auch den vorhandenen Gehweg zu erneuern.

Der Anteil der Stadt an den Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro setzt sich wie folgt zusammen: Mit etwa 510 000 Euro muss Werdohl sich an den Baukosten beteiligen, dazu kommt eine Ablösesumme von rund 80 000 Euro für die Unterhaltung des neuen Stützbauwerkes. Außerdem sind etwa 30 000 Euro für die neue Straßenbeleuchtung veranschlagt, sodass sich für die Stadt eine Gesamtsumme von 620 000 Euro ergibt.

„Vor dem Hintergrund dieser enormen Kosten schlägt die Verwaltung vor, auf die Erneuerung des Gehweges entlang der B 229 zu verzichten“, heißt es in der Vorlage. Denn die Erneuerung der Straße ist Sache des Landesbetriebes. Nur wenn die Hangbrücke auch einen Gehweg stützt, für den die Stadt zuständig ist, muss die Stadt sich an den Kosten beteiligen.

Wer den betroffenen Gehwegabschnitt normalerweise nutze, um zur Königsburg oder zur Plettenberger Straße zu gelangen, könne alternativ den Verbindungsweg zwischen der Neuenrader Straße und der Rudolfstraße und den Gehweg entlang des Eggenpfades nutzen, schreibt die Verwaltung weiter.

„Der Umweg zwischen der vorhandenen Fußgängerampel an der B 229 (im Bereich der Fußgängerüberführung Plettenberger Straße) und der Kreuzung Neuenrader Straße/Neustadtstraße beträgt für Fußgänger rund 190 Meter.“

Allerdings weist die Stadt darauf hin, dass die Alternativstrecke durch die Treppenanlage im Fußweg zur Rudolfstraße nicht barrierefrei ist. „Für die Nutzung als Schulweg relativiert sich diese Gegebenheit, da auch bei der Überführung der B 236 die Barrierefreiheit nicht gegeben ist.“

Sollte der Ausschuss heute dem Vorschlag der Verwaltung folgen, könnte die Stadt auch zwei weitere Fußgängerwege aufgeben: Die Verbindungswege zwischen Eggenpfad Hausnummer 28 und der Neuenrader Straße sowie zwischen der Neuenrader Straße und der Plettenberger Straße würden dann nicht mehr gebraucht. Auch das wäre der Verwaltung zufolge mit Ersparnissen verbunden.

Von Constanze Raidt

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