Erst gekifft und dann ins Gebüsch übergeben

WERDOHL ▪ Schnelles Anfahren und ein Schaltfehler hatten die Polizei am 18. Mai auf den 21-jährigen Werdohler aufmerksam gemacht. „Wir dachten: Da ist was nicht in Ordnung“, erklärten die beiden Polizeibeamten am Donnerstag im Rahmen der Verhandlung vor dem Amtsgericht Altena. Hier musste sich der 21-jährige Werdohler wegen Drogenmissbrauches verantworten.

Sie stoppten den jungen Mann, als er die Talstraße in Lüdenscheid befuhr und führten einen Alkoholtest durch – mit negativem Ergebnis. Die Polizisten forschten weiter, denn: „Er kam uns auf der einen Seite unheimlich träge vor. Aber auf der anderen Seite war er nervös und trat ständig von einem Bein aufs andere.“

Ein Pupillenreflextest, bei dem die Ordnungshüter dem 21-jährigen Werdohler mit einer Taschenlampe in die Augen leuchteten, folgte. Der Angeklagte reagierte darauf – aber anders, als die Beamten erwartet hatten. „Er fiel vorne über, wir fingen ihn auf. Schließlich übergab er sich in ein nahegelegenes Gebüsch.

Er brauchte ein wenig Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen.“

Ein Urintest zeigte schließlich: Der Angeklagte musste Haschisch konsumiert haben. Die Polizeibeamtin erinnerte sich: „Zuerst sagte er, er habe vor acht Jahren das letzte Mal konsumiert. Dann waren es sieben Tage und am Ende drei. Wer weiß, was er gesagt hätte, wenn wir weiter gefragt hätten.“

Trotz der Zeugenaussage eines Freundes des Angeklagten, der am betreffenden Tag mit im Auto gesessen hatte und betonte, keine Fahrfehler und vor allem keinen Konsum von Haschisch bemerkt zu haben, musste der Angeklagte das Urteil hinnehmen: Eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro und weitere sechs Monate Führerscheinentzug. Die Bemühung der Rechtsanwältin, eine Verurteilung ihres Mandanten nach dem Jugendstrafrecht zu erwirken, scheiterte. „Der Angeklagte hat einen Führerschein, nimmt am Straßenverkehr teil, muss Verantwortung übernehmen. Ich wüsste nicht, warum ich einen Mann kurz vor seinem 21. Geburtstag als Jugendlichen sehen und behandeln sollte“, erklärte die Staatsanwältin in Altena. ▪ thk

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