Stadt Werdohl muss Bushaltestellen umbauen

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Die Haltestelle am Friedrich-Keßler-Platz ist bereits barrierefrei umgebaut. Bis zum 1. Januar 2022 muss dies auch bei allen anderen Haltestellen im Stadtgebiet der Fall sein.

Werdohl - „Die Vorgabe in Gänze umzusetzen, dürfte sicherlich schwierig werden“, sagt Thomas Schroeder, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, bezogen auf den achten Paragrafen des deutschen Personenbeförderungsgesetzes. Dieser besagt, dass bis zum 1. Januar 2022 alle öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei nutzbar sein sollen.

Was auf den ersten Blick Aufgabe der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) als zuständiges Verkehrsunternehmen zu sein scheint, stellt auch die Kommunen wie Werdohl vor eine große Herausforderung. Die geforderte Barrierefreiheit gilt nämlich auch für die Haltestellen, die in den Zuständigkeitsbereich der Städte fallen.

„Kreisweit fahren wir rund 2300 Haltestellen an“, sagt Jochen Sulies, Pressesprecher der MVG auf Anfrage unserer Zeitung. Wie viele davon auf Werdohler Stadtgebiet liegen, konnte Sulies nicht sagen. Die Anzahl dürfte aber in einem nicht unerheblichen zweistelligen Bereich liegen. Schroeder geht deshalb von „mindestens einem hohen sechsstelligen Betrag“ aus, den es kosten werde, alle Haltestellen barrierefrei umzubauen. Eine seriöse Schätzung sei derzeit allerdings kaum möglich. „Weil sich die Frage stellt, was bei den Umbauarbeiten alles passieren soll. Schauen wir uns nur den reinen Haltestellenbereich an und bauen – falls noch erforderlich – Buskap-Steine und ein taktiles Leitsystem ein, oder überprüfen wir auch weitläufiger die Zuwegungen zur Haltestelle und den Zustand der Wartehäuschen?“, fragt Schroeder.

Vorgemerkt für das Jahr 2019

In großem Stil habe sich die Stadtverwaltung mit dem Thema „barrierefreie Haltestellen“ bislang nicht beschäftigen können, weil durch Maßnahmen über Bundes- und EU-Förderprogramme wie Regionale oder Leader, wo die Auszahlung der Mittel an Stichtage gebunden ist, viele Kapazitäten in Anspruch genommen würden. „Vorgemerkt haben wir den Haltestellen-Umbau auf unserer Agenda für das Jahr 2019. Ab dann werden wir uns bemühen die Vorgabe umzusetzen“, sagt Schroeder. Bis zu welchem Zeitpunkt dies gelingt, hänge von vielen Faktoren und nicht zuletzt der Verfügbarkeit der Baufirmen ab.

Aufgrund der topografischen Gegebenheiten Werdohls zweifelt der Fachbereichsleiter ohnehin daran, dass sich tatsächlich alle Haltestellen „in einem für eine im Stärkungspakt Stadtfinanzen befindliche Kommune vertretbaren finanziellen Rahmen“ umbauen ließen. „Wir haben sicherlich einige problematische Haltestellen, die beispielsweise direkt in den Hang gebaut sind. Diese entsprechend umzubauen, würde sicherlich schwierig“, sagt Schroeder.

Schroeder setzt auf enge Zusammenarbeit

Um das Projekt sukzessive voranbringen zu können, setzt der Fachbereichsleiter auf eine enge Zusammenarbeit mit der MVG. „Die Verkehrsgesellschaft kennt die Frequentierung jeder Haltestelle. Unter Berücksichtigung dieser Zahlen könnte eine Prioritätenliste erstellt werden“, sagt Schroeder. „Wir stehen den Kommunen als Ansprechpartner zur Verfügung“, versichert MVG-Pressesprecher Sulies. Allerdings sei das Thema kein ganz neues und den Städten und Gemeinden im Kreis seit Jahren bekannt.

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