Ärger um Schminkstift

WERDOHL ▪ Mit einer richterlichen Ermahnung kam eine 20-jährige Werdohlerin vor dem Amtsgericht Altena davon. Die Frau sollte am 22. November des vergangenen Jahres in einem Schlecker-Drogeriemarkt Wimperntusche im Wert von 5,95 Euro gestohlen haben.

„Ich hab’s nicht genommen“, versicherte sie vor Gericht. „Ich bleibe dabei – ich habe es nicht nötig, Schminke zu klauen.“ Gleichzeitig äußerte die Angeklagte Verständnis für die Verkäuferin, die ihr das nicht glaubte: „Das sagen so viele, dass sie es nicht waren.“ Merkwürdig war allerdings, dass die junge Frau bei dem Besuch im „Schlecker“ eine gut gefüllte Kosmetiktasche bei sich gehabt hatte. Darin fand die Verkäuferin den nach ihren Angaben neuwertigen Mascara-Stift, von dem die Angeklagte behauptete, er sei gebraucht gewesen.

Die als Zeugin geladene Verkäuferin versicherte vor Gericht, dass keine andere Erklärung für das Verschwinden des letzten verbliebenen Schmink-Stiftes denkbar sei. Beobachtet hatte das Personal den angeblichen Diebstahl allerdings nicht. Das machte die Beweislage unübersichtlich. Staatsanwalt und Richter Dirk Reckschmidt einigten sich deshalb auf eine gnädige Entscheidung und schickten die 20-Jährige mit einer richterlichen Ermahnung nach Hause. „Es spricht viel dafür, dass Sie die Wimperntusche gestohlen haben.“ Richter Dirk Reckschmidt verabschiedete die junge Frau sogar mit einer Ansprache im Stil eines neutestamentlichen Herrenwortes: „Gehe hin, und sündige fortan nicht mehr!“ ▪ thk

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