1200 Hähnchen trotzen dem Prasselregen

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Frank Herber (links) hat die Oberaufsicht am Grill. Direkt vors Flatterband fahren die hungrigen Kunden mit ihren Autos vor.

Werdohl - „Die fahren hier mit dem Auto vor – und gut ist“, sagt Frank Herber. Dann verteilt er noch einmal die Kohle unter den frischen Hähnchen, die seine Kollegen gerade auf den Grill gepackt haben.

Wie in den Vorjahren haben die Versetaler Schützen rund um Herber wieder 1200 Hähnchen vorbereitet. Und das ist ein Feiertag für so manchen Grillfreund aus Nah und Fern. Da kommen sie alle wieder pünktlich herbei – ganz gleich wie bescheiden auch immer das Wetter sein mag.

„In den ersten drei Stunden haben wir gut 400 Hähnchen verkauft“, rechnet Herber im Kopf zusammen. „Genauso viele wie in den Jahren zuvor.“ Wenn die Versetaler grillen, ist die Luftfeuchtigkeit egal. Und wer das Hähnchenspektakel noch nicht kennt, der wird schon an der B 229 darauf hingewiesen. Aus der Innenstadt kommend, kurz vor Altenmühle, erblickt der Wagenlenker das Schild mit der Aufschrift „Letztes Hähnchen vor der Autobahn“. Herber, Zugführer vom veranstaltenden Zug 3 des Versetaler Schützenvereins, schwitzt.

Noch schnell wirft er einen Blick auf sein Handy, um zu sehen, wie spät es ist. Und in der Tat: Es ist Zeit für die nächsten Grillhähne. Sie sind gar und müssen runter vom Grill. Herber löscht mit einem Glas Wasser fix nochmal die Grillkohle ab. Die Flammen unter den Leckereien sollen ja nicht zu hoch schlagen.

Auf den Schützenplatz prasselt der Regen. Die Hüpfburg ist seit Beginn der Veranstaltung Stunden zuvor verwaist. Im frisch fertiggestellten Biergarten hat niemand Platz genommen. Am Tresen des Bierwagens stehen drei unerschütterliche Sauerländer und schmausen ihren halben Hahn. Die anderen haben sich ins Schützenheim zurückgezogen. Dort gibt’s zur warmen Mahlzeit auch die kühlen Getränke. Außerdem stehen 55 Torten und Kuchen zum Verzehr bereit.

So wird das Spektakel wieder – wie in all den Vorjahren auch – ein Riesen-Erfolg. Am Sonntagmorgen spielte zum Frühschoppen wie gehabt der Versetaler Musikzug auf. Das Wetter indes wurde nicht wesentlich besser.

Von Michael Koll

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