„1000 Ideen für Werdohl“ ein Flop

Erwin Günther ärgert sich über achtlos weggeworfenen Müll.

WERDOHL -  Erwin Günther ist enttäuscht: Die Aktion „Ein Tag für Werdohl! 1000 Ideen“ war ein Flop. Die Stadt hatte die Werdohler dazu aufgerufen, ihre Stadt zu verschönern, beispielsweise durch Pflanzaktionen oder das Entfernen von Unkraut.

„Wir hätten die Menschen dann unerstützt, in dem wir zum Beispiel Arbeitsgeräte zur Verfügung stellen oder Grünabfälle abholen“, schildert Erwin Günther. Lediglich einen Anruf konnte der Mitarbeiter der Stadt Werdohl entgegen nehmen. „Es ging um das Freischneiden eines Bürgersteigs. Die Leute wollten das selbst in die Hand nehmen, wir hätten die Arbeitsgeräte mitgebracht. Eigentlich war alles klar – doch dann haben wir nichts mehr gehört.“

Ein Dankeschön spricht Günther denen aus, die sich regelmäßig in der Stadt engagieren. „Aber es sind immer die selben. Es gelingt einfach nicht, darüber hinaus die Bevölkerung zum Anpacken zu motivieren“, stellt Erwin Günther fest. Und er geht noch einen Schritt weiter: „Die Sauberkeit und Ordnung in Werdohl sind eine Katastrophe.“ Tag für Tag sei er mit seinem Team unterwegs, um säckeweise Müll einzusammeln. „Der wird einfach entsorgt, wo man gerade geht und steht“, ärgert sich der Mitarbeiter der Stadt Werdohl. Sogar aus dem Autofenster heraus lande der Müll am Straßenrand. „Das kann so nicht weitergehen“, betont der Werdohler.

„Die Kinder und Jugendlichen müssen wissen, dass es ihr Geld oder das Geld ihrer Eltern ist, das verloren geht, wenn andere ihren Müll aufsammeln müssen. Das müssen wir in die Köpfe kriegen“, ist Günther überzeugt. Auch gedankenlosen Erwachsenen müsse das klar gemacht werden. Besonders viel Abfall liege an Bushaltestellen und auf Spielplätzen herum. „Da kann man alles sauber machen und zwei Stunden später herrscht erneut Chaos“, stellt der Werdohler fest. Auch Mülleimer würden einfach um- oder aufgetreten. Und diesbezüglich hofft Günther auf die Mithilfe der Werdohler: „Bestimmte Sachen muss man melden. Zum Beispiel Saufgelage mit Radau.“ Wer bei der Polizei anrufe, müsse auch nicht seinen Namen sagen, niemand müsse also vor einem solchen Anruf Angst haben, „Wenn die Polizei vor Ort war und Personalien aufgenommen hat, dann gibt es einen Anhaltspunkt, wenn am nächsten Morgen etwas kaputt ist“, sagt Günther.

Von Carla Witt

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