Theaterstück im Paul-Gerhardt-Haus gegen Hass und Hetze

Gegen das menschverachtende Gerede

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Das Duo Zuvielcourage will Mut machen für mehr Zivilcourage. Das Publikum erlebt einen Crash-Kurs gegen Stammtischparolen.

Menschverachtendes Gerede macht in den vergangenen Jahren nicht nur an Stammtischen zunehmend die Runde – vor allem im Internet verbreiten sich Hass, Hetze und Falschinformationen zusehends. Dem stellt sich das Schauspieler-Duo Zuvielcourage in den Weg – es gastiert am 14. November im Paul-Gerhardt-Haus.

Der Theaterabend mit Karin Kettling und Jürgen Albrecht soll Mut zu mehr Zivilcourage machen. Das Duo stellt Stammtischgespräche nach und entlarvt im gespielten Streit Argumentations- und Verhaltensmuster. 

Der Abend soll Menschen ermutigen, sachlich, rhetorisch geschickt und entschieden auf menschenverachtendes Gerede zu reagieren. Am Ende des Abends kommt das Duo mit den Gästen ins Gespräch und entwickelt mit ihnen Gegenstrategien.

Man sitzt im Zug, Restaurant oder wartet an der Supermarktkasse. Manchmal bekommt man eben auch mit, wenn Menschen streiten. Fallen dabei rassistische und ausländerfeindliche Sprüche, schweigen viele. Später ärgern sie sich, dass sie nicht reagiert haben. 

Genau hier setzen Kettling und Albrecht an. Der Auftritt lebt von inszenierten Streitgesprächen, kommt ohne moralischen Zeigefinger daher und gibt wertvolle Impulse zu einer – auch humorvollen – geistigen Notwehr.

Evangelia Kasdanastassi von der Integrationsagentur und Heike Schaefer von der Freiwilligenzentrale der Diakonie zeigen sich beeindruckt von dem Duo und konnten die Stadt Plettenberg und das Kommunale Integrationszentrum des Kreises als Partner für die Veranstaltung gewinnen. 

„Wir möchten ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Intoleranz setzen und dafür sind Karin Kettling und Jürgen Albrecht mit ihren unterhaltsamen Methoden die Idealbesetzung“, sagt Kasdanastassi.

Albrecht erzählt, dass so mancher Teilnehmende darüber stöhnt, wie anstrengend das Argumentieren sei. „Leider haben wir in Deutschland verlernt, zu diskutieren und uns zu positionieren“. Genau dazu will er auch die eher schüchternen, zurückhaltenden Zuschauer ermutigen, denn „um mich einzumischen“, betont der Schauspieler, „muss ich kein Experte mit Fachwissen sein."

Veranstalter sind die Integrationsagentur und die Freiwilligenzentrale des Diakonischen Werkes Lüdenscheid-Plettenberg in Kooperation mit der Stadt Plettenberg und dem Kommunalen Integrationszentrum des Märkischen Kreises. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

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