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Zum Jubiläum: Eine Stadt zwei Tage lang in Licht getaucht

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Von: Sabrina Jeide

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Sylvia Eick (links) und Sonja Büsing von der Plettenberger Kultour GmbH hoffen auf viele Besucher. Im Hintergrund die Christuskirche, die auf ganz besondere Art in die Zeitreise eingebunden wird.
Sylvia Eick (links) und Sonja Büsing von der Plettenberger Kultour GmbH hoffen auf viele Besucher. Im Hintergrund die Christuskirche, die auf ganz besondere Art in die Zeitreise eingebunden wird. © Jeide, Sabrina

Die Plettenberger Zeitreise soll im Rahmen des 625-jährigen Stadtjubiläums noch einmal ein ganz besonderer Höhepunkt werden.

Plettenberg - Für Freitag, 7. Oktober, und Samstag, 8. Oktober, lädt die Plettenberger Kultour GmbH jeweils von 18 bis 22 Uhr zu einzigartigen Illuminationen, Geschichten und Ausstellungen ein.

Die Vorfreude beim Kultour-Team ist riesengroß. „Wir möchten den Menschen schöne Momente schenken“, sagt Sylvia Eick, Geschäftsführerin der Kultour GmbH. Dabei stand die Veranstaltung in den vergangenen Wochen durchaus auf der Kippe. Ursprünglich als „Plettenberg leuchtet“ geplant, war die Verwirklichung in weite Ferne gerückt. Doch warum? „Wir hatten die Veranstaltung eigentlich abgesagt“, erklärt Sylvia Eick und spricht damit direkt die Energiekrise an. Im Zuge der verschiedenen Verordnungen zum Energiesparen war man in Plettenberg zunächst davon ausgegangenen, dass eben auch eine Veranstaltung, bei der mit viel Licht- und Toninstallationen gearbeitet wird, durch die neue Verordnung nicht mehr tragbar gewesen wäre. Doch kulturelle Veranstaltungen sind nun ganz explizit ausgenommen. Das warf das Problem auf, dass „wir damit voll in den Stornokosten waren“, erklärt Sylvia Eick.

Wenig Energie

Eine Summe im fünfstelligen Bereich konnte und wollte die Kultour GmbH nicht tragen und hat sich deshalb relativ kurzfristig entschlossen, die Veranstaltung wieder in den Terminkalender zu heben – über ein Jahr Vorbereitung und Mühe wären ansonsten vergebens gewesen.

„Natürlich möchten wir dabei möglichst wenig Energie verbrauchen“, verspricht Sylvia Eick. Und Sonja Büsing ergänzt: „Wir haben bewusst den Fokus etwas verschoben, es ist jetzt etwas gedämpfter, etwas reduzierter.“ So hat man sich zum einen für die Namensänderung entschieden, weil das sonst „vielleicht das falsche Signal gesetzt hätte“, zum anderem sehr stark auf die Plettenberger Geschichte konzentriert.

Nichtsdestotrotz wird mit Beleuchtung, die in fast allen Fällen über LED läuft, gearbeitet. „Es ist legitim, wenn das nicht jeder gut findet, aber wir denken, dass nachvollziehbare Gründe dafür sprechen, die Veranstaltung durchzuführen“, sagt Geschäftsführerin Sylvia Eick.

Die Stationen

Auch wenn das Team etwa drei Wochen in der sprichwörtlichen Luft hing, ist man sehr optimistisch: „Wir kriegen das hin“. Die Technik konnte schnell wieder aktiviert werden und die Flyer wurden nun in Windeseile erstellt.

Und so können sich die Plettenberger zum Ende der ersten Herbstferien-Woche auf eine tolle Veranstaltung freuen. Bei der Zeitreise werden verschiedene Ereignisse der Stadtgeschichte an unterschiedlichen Stationen im Innenstadt-Gebiet dargestellt.

Hier nimmt die Kultour GmbH die Besucher mit auf eine filmische Zeitreise durch die Plettenberger Stadtgeschichte, wenn der Ratsaal für zwei Abende zum Kinosaal umfunktioniert wird. Der Plettenberger Filmemacher Georg Prüß zeigt aus seinem reichen Fundus bewegtes Bildmaterial von früher. Im Foyer wartet bei Livemusik eine Foto-Ausstellung mit Bildern der Veranstaltungen im Rahmen des Stadtjubiläums, die auf Foto-leinwänden zu sehen sind. Die Cafeteria ist geöffnet und bei einem Getränk und Snack lassen sich die erlebten Eindrücke Revue passieren.

Draußen zeigt sich dagegen die Reduktion: Denn anders als ursprünglich geplant, wird das Rathaus „nur“ angestrahlt.

Der Böhler Friedhof wurde 1824 angelegt. Nach einer Erweiterung im Jahr 1871 erwies er sich schließlich Ende des Jahrhunderts als zu klein und ein neuer Friedhof entstand am Hirtenböhl. Aber noch immer ist der Böhler Park ein Ort der Ruhe und Erholung, Die Plettenberger Zeitreise schickt die Besucher hier mit fünf Hörstationen durch die Zeit.

Es werden Geschichten anhand von Briefen, Zeitzeugen und Zeitungsberichten erzählt – wie zum Beispiel die Geschichte eines jungen Zwangsarbeiters. „Das kann für viele ein sehr emotionaler Moment sein“, glaubt Sylvia Eick. Die Geschichten stammen vom Stadtarchiv und wurden extra für die Zeitreise vertont.

Der Hausberg der Plettenberg, der Hestenberg, erstrahlt am 7. und 8. Oktober ebenfalls im Licht. Ob Wanderwege, Kunstpfad, Geschichtstafeln oder der Blick auf Plettenberg – hier gibt es für die Besucher viel zu entdecken,

Ganz besonders spannend wird es an der Christuskirche. Eine große Videoprojektion auf der Fassade des Gotteshauses lässt die Besucher historische Ereignisse und die Entwicklung der Vier-Täler-Stadt nacherleben.

Eigens für die Veranstaltung wurde von Tussnat Studios ein Film produziert, in dem die beiden Protagonisten Uwe Brühl und Jona Langenberg mit der Märkischen Museumseisenbahn eine Reise durch die Plettenberger Geschichte unternehmen.

Einfach loslaufen, nirgendwo zu einer bestimmten Uhrzeit sein müssen, die Stationen nach eigenem Geschmack aufsuchen – „wir denken, es ist eine schöne Art, die Dinge zu entdecken“, hofft das Kultour-Team am Freitag und Samstag auf viele begeisterte Besucher.

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