Zukunft des Stadtmarketing-Geschäftsführers Steffen Reeder nach Umstrukturierung ungewiss

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Plettenberg - Noch befindet er sich in einem bestehenden Arbeitsverhältnis, aber womöglich droht der Abschied: Steffen Reeder, seit fast acht Jahren Geschäftsführer des Stadtmarketing-Vereins, und sein Arbeitgeber, die Stadt Plettenberg, konnten sich bislang nicht auf eine gemeinsame Zukunft einigen. Wie es weiter geht, ist völlig offen.

Der Grund liegt in der großen Umstrukturierung des städtischen Kulturbereichs. Bürgermeister Ulrich Schulte möchte alle Stellen, die bisher mit städtischer Kultur zu tun hatten, in einer neuen KulTour GmbH bündeln. Dazu hat er gestern eine Presseerklärung versendet. Interessant darin ist vor allem das, was nicht drin steht: nämlich der Name von Steffen Reeder.

Auf die konkrete Nachfrage nach der Zukunft des Stadtmarketing-Geschäftsführers äußerte sich der künftige KulTour-GmbH-Geschäftsführer Jens Groll: „Herr Reeder hat seit Bekanntwerden der Gründung der Plettenberger KulTour GmbH einige Gespräche mit den Verantwortlichen des Stadtmarketingvereins, der Stadt, der lokalen Politik und der Geschäftsführung der KulTour GmbH geführt.

Letztlich hat der seit Jahren erfolgreich als Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins agierende Reeder signalisiert, der GmbH nicht zur Verfügung zu stehen. Dies ist zu akzeptieren, wenngleich damit einige Erfahrung nicht mit in die Gesellschaft übernommen werden kann.“

Reeder selbst erklärte auf Nachfrage die Hintergründe für die womöglich bevorstehende Trennung. „Eine Sache, die mir sehr wichtig ist, ist die Selbstbestimmung.“ Bislang habe er Projekte lediglich mit dem Stadtmarketing-Vorstand abstimmen müssen. 

In der KulTour GmbH mit ihren zwei Geschäftsführern, einem Betriebsleiter und einem Aufsichtsrat fürchtet er eine zunehmende Bürokratie. „Das alles lässt annehmen, dass die Arbeit in Zukunft anders sein wird. Ich habe das mehrfach zu bedenken gegeben und meine Befürchtungen geäußert, aber am Ende sind wir nicht überein gekommen“, erklärt Steffen Reeder.

Wie in der städtischen Mitteilung (siehe unten) erklärt wird, wird die Stadt Plettenberg zwei Stellen für die neue KulTour GmbH ausschreiben: die Stelle des Betriebsleiters und die einer Vollzeitkraft neben der bereits besetzten Stelle durch die Ex-Stadtmarketing-Angestellte Sonja Büsing.

Der zweite KulTour-GmbH-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann betont auf Nachfrage: „Natürlich kann sich auch Steffen Reeder auf diese Stellen bewerben. Wir würden ihn gerne für die KulTour GmbH gewinnen; die Tür steht ihm weiterhin offen.“

Ob Reeder aber von dieser Variante Gebrauch machen wird, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt höchst unwahrscheinlich. Sein jetziger Chef Uwe Nahrgang, Stadtmarketing-Vorsitzender, hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Wir werden weitere Gespräche führen. Es ist schade, wie alles gekommen ist. Es wurden Fehler gemacht – von allen Seiten.“

Pressemitteilung der Stadt zur KulTour GmbH im Wortlaut:

Am Dienstag vergangener Woche tagte die Gesellschafterversammlung der Plettenberger KulTour GmbH in ihrer ersten Versammlung nach der im Dezember stattgefundenen konstituierenden Sitzung. In dieser waren unter anderem zunächst der Gesellschaftsvertrag bestätigt, der Wirtschaftsplan 2019 beschlossen und der Versammlungsvorsitz bestimmt worden.

In der Sitzung letzter Woche ging es unter Leitung der Vorsitzenden Martina Reinhold (SPD), zu deren Stellvertreter Adrian Viteritti (CDU) gewählt wurde, darum, die nächsten Pflöcke zu setzen. Ein erster Schwerpunkt war die Beratung zur Ausgestaltung der Möglichkeit, einen Beirat zu bestimmen. 

Als Ergebnis dieser Beratung ist festzuhalten, dass es einen Beirat geben wird, dem Profis möglichst aus den Bereichen Kultur, Tourismus, Marketing und Wirtschaft angehören und mit beratender Stimme die künftige Arbeit unterstützen sollen. Die nominale und personelle Besetzung sowie die Aufgabenstellung des Beirates im engeren Sinne sind in einer späteren Sitzung noch zu regeln. 

Hervorgehoben wurde bei alledem, dass es über eine zahlenmäßig nur begrenzt mögliche Besetzung des Beirats wichtig ist, eine gut vernetzte Kommunikationsstruktur mit allen themenbezogenen Beteiligten, insbesondere mit den kulturtreibenden Vereinen und Einrichtungen und dem Stadtmarketingverein, zu erarbeiten. 

Wie bereits in vergangenen Gesprächen mit verschiedenen Vereinsvertretern formuliert, ändert die Gründung der Plettenberger KulTour GmbH nichts daran, dass auch die Stadt den Akteuren weiterhin ergänzend mit Rat und Tat zur Seite steht. Insbesondere bleibt die Bezuschussung von Vereinen und Einrichtungen zunächst in der Hand der Stadt und wird wie bisher vom städtischen Mitarbeiter Frank Sohn verantwortet.

Als weiterer Schwerpunkt stand die personelle Ausrichtung im operativen Geschäft auf der Tagesordnung. Hier ging es vorrangig um die Bestimmung des Anforderungsprofils für die Person der Betriebsleitung und damit verbunden um das weitere Auswahlverfahren. Auch hier hat die konstruktive Diskussion in der Versammlung zu einem guten Ergebnis geführt. 

Das Anforderungsprofil wurde definiert. Die Geschäftsführung der KulTour GmbH Dr. Uwe Allmann und Jens Groll wurden beauftragt, die Stelle zur Besetzung der Betriebsleitung unverzüglich auszuschreiben. Das Gremium und die Geschäftsführer wollen den Stellenmarkt in diesem Segment prüfen und die sich daraus ergebenden Chancen für die „beste“ Besetzung ziehen.

Die Plettenberger KulTour GmbH verfügt derzeit über zwei weitere eigene Vollzeitstellen. Mit Frau Sonja Büsing konnte bereits eine Stelle hiervon erfolgreich besetzt werden. Frau Büsing wechselt vom Stadtmarketing e.V. in die städtische Beteiligungsgesellschaft. Sie arbeitet bereits seit einiger Zeit in verschiedenen Projekten, die künftig von der Plettenberger KulTour GmbH durchgeführt werden. 

Außerdem stand sie in den vergangenen Monaten der aus dem städtischen Kulturbüro ausscheidenden Barbara Benner erfolgreich zur Seite. Es bestand in der Gesellschafterversammlung Einigkeit darüber, auch die zweite noch zu besetzende Stelle parallel zur Stelle der Betriebsleitung auszuschreiben, um die Chance für eine optimale Besetzung des Teams zu erhöhen.

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