„Ziel ist es, auch nach 2025 Gottesdienste anzubieten“

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Blick auf das Gemeindezentrum St. Johann Baptist (rechts) in Eiringhausen, das um das Jahr 2025 aufgegeben werden soll.

Plettenberg - Vor zwölf Jahren stand dem Bistum Essen das Wasser bis zum Hals. Es mussten Kredite aufgenommen werden, um den Verpflichtungen nachzukommen. Und die Pfarrei St. Laurentius bekam dies voll zu spüren. Aktuell hat Pfarrer Schnell  das gleiche Problem.

„Wir müssen bis 2030 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Ich gehe davon aus, dass wir ab dem Jahr 2025 keine Unterhaltungsmittel mehr für die Kirche St. Johann Baptist in Eiringhausen aufbringen können.“

Die Herscheider Gemeinde St. Marien habe noch eine mehrjährige Schonfrist bekommen. Nach dem Jahr 2030 kann aber auch Pfarrer Patrick Schnell keine Bestandsgarantie abgeben. Aber zunächst einmal muss der schwere Weg der Kirchenaufgabe in Eiringhausen angegangen werden.

Dass man diesen Weg gehen kann, dazu gab der Gemeinderat in Eiringhausen vor einigen Tagen schweren Herzens grünes Licht. „Das Problem ist, dass in Eiringhausen gebäudetechnisch alles aneinandergereiht ist“, sagte Schnell, dem sehr daran gelegen ist, für die Katholiken in Eiringhausen auch zukünftig einen Ort der Zusammenkunft zu finden. Ob dies die Kapelle im Altenzentrum St. Josef sein wird oder ob der Gemeinderaum nach einer anderweitigen Nutzung des Kirchgebäudes noch verfügbar ist, kann heute niemand sagen.

„Wir testen nach allen Seiten aus, wo wir in Eiringhausen auch in Zukunft eine Anlaufstelle haben“, sagt Schnell. Deshalb werde man nach dem Luther-Jubiläumsjahr sicherlich auch mit dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen sprechen. „Unser Ziel muss es sein, auch nach dem Jahr 2025 noch Gottesdienste in Eiringhausen anbieten zu können“, sagt Schnell, der bei den aktuellen Entscheidungen mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen muss.

Auch deshalb sind die Kirchen in Ohle und Oesterau bislang nicht profaniert worden. Bei diesem Schritt werden das Allerheiligste und sämtliche Kreuze entfernt – die Kirche wird sozusagen zu einem normalen Gebäude. Doch noch ist es nicht so weit, weder in Ohle noch im Oesterau ist dieser Schritt geplant – und auch in Eiringhausen dürften noch gut zehn Jahre vergehen, ehe das zum Thema wird.

Bei all den Aufgaben, die Pfarrer Schnell noch vor sich hat, muss er fast noch dankbar sein, dass er keine Pfarrrei im Ruhrgebiet hat. „Dort gibt es zwei Pfarrer, die gleich zwei Großpfarreien leiten und damit auch zwei Pfarreienprozesse bewältigen müssen“, sagt Schnell, der trotz der großen Herausforderungen optimistisch ist, hier die anstehenden Aufgaben zusammen mit den Gemeindegliedern zu bewältigen.

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