Wechselbad der Gefühle bei Friseuren

Wut, Terminstress und Hoffnung

Jane Zawieja (rechts), Inhaberin des Friseursalons Haarscharf, und Mitarbeiterin Kerstin Stütz nahmen am Donnerstag  viele Termine entgegen, dabei dürfen sie das Geschäft erst am 1. März öffnen.
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Jane Zawieja (rechts), Inhaberin des Friseursalons Haarscharf, und Mitarbeiterin Kerstin Stütz nahmen am Donnerstag viele Termine entgegen, dabei dürfen sie das Geschäft erst am 1. März öffnen.

Plettenberg – Bei den Friseurbetrieben in Plettenberg und Umgebung ist weiter Durchhaltevermögen gefragt. Statt bereits am 15. Februar dürfen die Friseure nun am 1. März wieder ihre Läden unter Einhaltzungen der CoronaSchutzverordnung öffnen.

„Wir sind auf jeden Fall sehr dankbar, auch wenn wir uns eine frühere Öffnung gewünscht hätten“, sagt Kerstin Stütz, die an der Seite von Inhaberin Jane Zawieja im Friseurladen Haarscharf an der Brauckstraße gestern erste Vorbereitungen traf. „Ich hatte hier einen handgeschriebenen Brief von einer Kundin im Briefkasten, die ihren Termin im Dezember nicht bekommen konnte und nun ganz lieb um einen neuen Termin bittet“, erzählt Jane Zawieja, die permanent Anrufe entgegen nimmt und zudem prüft, welche Dinge für den Neustart am 1. März nachbestellt werden müssen.

Nur noch Kopfschütteln

Bitter im Stich gelassen fühlt sie sich vom Staat und der Agentur für Arbeit. Dass erst in dieser Woche das Portal für die Überbrückungshilfe freigeschaltet worden sei, verursache bei ihr nur noch Kopfschütteln, sagt die Inhaberin, die von mehrfachen zeitraubenden Schriftwechseln mit der Agentur für Arbeit berichtet.

Die Beantragung des Kurzarbeitergeldes für Dezember sei gescheitert und bei der Beantragung für Januar habe sie erst eine Vollmacht an ihre Steuerberaterin ausstellen müssen, ehe nun endlich die Zusage für das Kurzarbeitergeld für Januar gekommen sei. „Jeder Hartz IV-Empfänger hat eine Aufstockung bekommen, aber wir müssen an unsere Ersparnisse ran. Und bei der Agentur für Arbeit versucht man, die Zahlungen immer weiter hinauszuzögern“, glaubt Zawieja.

Spendenaufruf

Alexandra Hein, Inhaberin des Central-Friseurs an der Grünestraße, hatte bis Donnerstag noch keinen Bescheid für das beantragte Kurzarbeitergeld. Weil sie Großbestellungen tätigen muss und das Konto seit Wochen überzogen ist, ging die Plettenbergerin einen anderen Weg. Sie bat in den sozialen Medien um Spenden für ihren Friseurladen. „Das hat sehr gut eingeschlagen. Mir haben sogar wildfremde Menschen per Paypal kleinere Summen gespendet“, sagt Hein, die selbst lange mit sich rang, ehe sie den Aufruf startete. „Die anderen haben sich nicht getraut – ich habe es einfach gemacht“, sagt Hein, die eine nennenswerte Spendensumme bekam und auch zahlreiche Gutscheine verkaufte.

„Mit dem Spendengeld kann ich jetzt zumindest die Februarmiete für den weiter leer stehenden Laden bezahlen“, freut sich Hein, die auch von einigen Kollegen Zuspruch bekam. Natürlich hätte sie auch eine groß angelegte Spendenkampagne für alle Betriebe gut gefunden, doch die kam nicht und so sei sie selbst aktiv geworden. Lichtblicke seien neben den Spenden auch die Terminanfragen. „Ich habe die nächsten drei Wochen nach der Öffnung alles voll und will beim Märkischen Kreis eine Sonderöffnung am Sonntag, 7. März, und am 15. März beantragen“, sagt Hein, die hofft, dafür die Genehmigung zu bekomme

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