Wolfsspuren in Plettenberg nicht geklärt: DNA-Spur nicht untersucht

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Friedlich grasen die Kühe beim Gasthof Ermes. Doch was Ende Mai mit einem totgeborenen Kalb auf der Wiese passierte und welches Tier sich darüber hermachte, ist bis heute ungeklärt.

Plettenberg - Ein möglicher Wolfsriss unweit der Ortslage Wildewiese, im Grenzgebiet zwischen dem Märkischen Kreis, dem Olper Kreis und dem Hochsauerlandkreis sorgte Ende Mai für Gesprächsstoff, nachdem am Gasthof Ermes ein Kalb mit starken Bissspuren tot aufgefunden wurde.

Was es damit auf sich hatte und ob tatsächlich ein Wolf das Tier so zugerichtet hatte, konnte Peter Schütz, Pressprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, auf Anfrage unserer Zeitung auch acht Wochen nach dem Vorfall nicht eindeutig sagen. Doch dafür lag ihm das Ergebnis des Kreisveterinäramtes Arnsberg vor, das den Kadaver des Kalbes untersuchte.

„Laut Befund handelte es sich um eine Totgeburt. Und deshalb hat es eine Untersuchung der fremden DNA-Spuren auch nie gegeben“, erklärte Schütz. Da die Todesursache vorlag, sei nicht weiter untersucht worden, welcher Aasfresser sich nach dem Todeseintritt über den Kadaver hergemacht habe. Auch wenn es möglicherweise ein Wolf war. Dass es sich um eine Totgeburt handelte, belegte laut Schütz die unter dem Hufen noch vorhandene Schutzhaut, die verschwunden wäre, wenn das Kalb gestanden hätte.

Und auch das Lungenvolumen sei nicht feststellbar gewesen. Diesen Punkt konnte der betroffene Landwirt nur schwerlich nachvollziehen, schließlich sei von den gesamten Innereien fast nichts mehr vorhanden gewesen.

Ein weiteres Indiz sollen die fehlenden Einblutungen gewesen sein. Landwirt Johannes Ermes hat seine eigene Meinung über das, was in der Nacht geschah, als sein Hunde anschlugen. Doch diese Meinung behält er lieber für sich. Dass er für sein Kalb keine Entschädigung bekam und er die Kosten für die Aufrüstung des Zaunes selber tragen muss, weil Nordrhein-Westfalen kein Wolfsland ist, weiß der Landwirt. Und auch die Rechnung über 25 Euro, die das Veterinäramt an ihn schickte, hat er längst bezahlt.

Allerdings – und das konnte Johannes Ermes nicht verhehlen, „weiß ich jetzt, was ich beim nächsten Mal tun werde.“ LANUF-Pressesprecher Peter Schütz konnte die Reaktion des Landwirtes in gewisser Weise nachvollziehen, zumal die Rechnung über 25 Euro ärgerlich sei. „Es gibt im Wolfsmanagement-Plan sicher noch einige Lücken. Aber wir arbeiten daran, diese zu schließen“, sagte Schütz auch mit Blick auf die mitunter schleppende Kommunikation zwischen dem Wolfsberater, der für NRW zuständigen Wolfsexpertin Dr. Ingrid Hucht-Ciorga, der Presse und dem Landwirt.

Abschließend ließ Schütz die Heimatzeitung wissen, dass die Wolfsexpertin zwar aus besagten Gründen die DNA-Probe nicht veranlasst habe, wohl aber die am „Tatort“ gefundenen Haare mikroskopisch untersucht habe und diese offenbar nicht von einem Wolf stammten. Wenn man ganz sicher sein wollte, müsste man die genommen DNA-Spuren auf eigene Kosten untersuchen lassen.

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