Wissenswertes rund um die Blutsauger

Ideale Voraussetzungen für Zecken: Gibt es eine Plage in unserer Region?

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Die Zeckensaison hat begonnen. Besonders in hohen Gräsern lauern sie Mensch und Tier gern auf.

Plettenberg – Der milde Winter und sommerliche Temperaturen im Frühling sind ideale Voraussetzungen für Zecken, die die Wärme lieben. In vielen Teilen Deutschlands befürchtet man schon jetzt, dass 2019 ein Zeckenjahr wird, außerdem ist das Wort „Zeckenplage“ aktuell häufig in den Medien zu hören. Gibt es auch bei uns aktuell mehr Zecken als sonst?

Tierarzt Dr. Martin Zöllner erklärt, dass die Tiere nicht nur nerven, sondern auch wirklich gefährlich für Mensch und Tier sein können, da sie im Falle eines Stiches Krankheiten übertragen können.

Er sagt zum Stichwort „Zeckenplage“ in der heimischen Region aber ganz klar: „Das kann ich so nicht bestätigen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass wir aktuell mehr Zeckenfälle in der Praxis haben als sonst“, so der Veterinär. Dennoch weiß er, dass momentan ideale Bedingungen für die Spinnentiere herrschen. Durch den warmen Frühlingsstart und den milden Winter seien Zecken bereits sehr aktiv.

Wie und womit überleben Zecken? 

Zecken halten sich meist in der Natur in Wäldern oder Gräsern in einer Höhe auf, die der Größe des potenziellen Wirtes entspricht. Häufig warten sie dort mehrere Wochen. Aufmerksam werden Zecken auf ihren neuen Wirt vor allem durch ein besonderes Sinnesorgan (Hallersches Organ), mit dem sie Geruchsreize, Bewegung und Wärme wahrnehmen.

Aber Zecken reagieren auch auf Vibrationen oder eine plötzliche Änderung der Lichtverhältnisse und wechseln sofort von der Ruhestellung in die Lauerposition. Sie hängen sich dann an alles, was ihren Aufenthaltsort streift.

Zecken können bis zu mehreren Stunden auf Mensch oder Tier herumkrabbeln, bis sie die richtige Stelle zum Einstich gefunden haben. Meistens suchen sie eine Körperstelle mit dünner Haut auf, die besonders warm ist (Kniekehlen, unter den Armen, Leistengegend, Haaransatz). Dann erfolgt der Zeckenstich. Anschließend saugt die Zecke bis zu 10 Tage und nimmt dabei bis zum 200-fachen ihres eigenen Körpergewichts an Blut auf, wenn sie nicht entfernt wird.

Haben Zecken einen Nutzen? 

Ja, denn sie dienen anderen Lebewesen als Nahrungsquelle. Einige Pilzarten siedeln sich auf ihnen an, Fadenwürmer machen die Parasiten selbst zum Wirt und töten sie am Ende sogar, ebenso wie die Larven der Erzwespe „Ixodiphagus hookeri“. Es gibt auch Vögel, die Zecken fressen. Oft geschieht das aber auch „aus Versehen“, wenn die kleinen Blutsauger an Pflanzenteilen hängen, die eigentlich auf dem Speiseplan stehen.

Wie kann ich mich und mein Tier schützen?

Zecken sind für Mensch und Tier gleichermaßen gefährlich. Sie können Krankheiten, wie beispielsweise die Borreliose übertragen. Menschen können sich zum Schutz impfen lassen, bei Tieren geht das nicht, deshalb können Tierhalter Medikamente an ihre Tiere füttern, in Form von Tabletten.

„Das ist absolut empfehlenswert, gerade für Tiere, die Probleme mit Zeckenbefall haben“, appelliert der heimische Tierarzt. Gerade bei Hunden und Katzen finden die kleinen Parasiten einen idealen Wirt. Aber auch Nutztiere wie Pferde oder Kühe werden von ihnen befallen.

Der Mensch kann sich am besten vor den Tieren schützen, in dem er bei Spaziergängen auf den Wegen bleibt, denn Zecken halten sich besonders oft in hohen Gräsern, wie an Bachläufen, Waldrändern oder Feldern auf und nicht in Bäumen, wie oft irrtümlich gesagt wird. Lange Kleidung an Armen und Beinen schützt, ebenfalls, wenn die Hose in die Socken gesteckt wird. Auch ein Zeckenspray als zusätzlicher Schutz kann angewandt werden.

Für Tiere gibt es Tropfen, die man auf das Fell zur Abwehr träufeln kann. „Es gibt auch viele Tierbesitzer, die auf Zeckenhalsbänder schwören“, verrät Dr. Martin Zöllner aus dem Kreise seiner Patienten. Wie und ob man sich gegen Zecken schützt, bleibt aber schließlich jedem selbst überlassen.

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