Vorschlag der Pfarrei für Einsparungen formuliert

Wird St. Johann Baptist-Kirche in Eiringhausen schon bald geschlossen?

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Der Pfarrgemeinderat, der Kirchenvorstand und das Pastoralteam entschieden sich, dass es das sinnvollste sei, innerhalb der nächsten zehn Jahre die katholische Kirche St. Johannes Baptist in Eiringhausen aufzugeben.

Plettenberg - Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen. Welche der katholischen Kirchen in Plettenberg und Herscheid soll aufgegeben werden? Die Wahl fiel auf St. Johann Baptist in Eiringhausen.

Der Kirchenvorstand, das Pastoralteam sowie der Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Laurentius haben sich beraten, nachdem das Bistum Essen vorgab, dass bis 2030 50 Prozent der Ausgaben jeder Pfarrei im Bistum eingesparrt werden müssten. In einem Votum müssen die Pfarreien begründen, wie sie unter der Berücksichtigung der pastoralen Notwendigkeiten das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes erreichen wollen. Der Vorschlag ist nun, den Gebäudekomplex St. Johann Baptist in Eiringhausen innerhalb der nächsten zehn Jahre zu schließen. „Keiner von uns ist mit der Entscheidung glücklich“, gesteht Pfarrer Patrick Schnell. Im Pfarrgemeindebrief hatte er Ende August bereits erwähnt, dass es nicht möglich sei, alle Kirchen und Pfarrzentren bis 2030 geöffnet zu lassen.

Gemeindeleben in Eiringhausen soll erhalten bleiben

Da Herscheid zu weit von den beiden Kirchen in Plettenberg entfernt sei, solle die Kirche St. Mariä Aufnahme in den Himmel als Standort bestehen bleiben. Die Entscheidung zwischen St. Johann Baptist und St. Laurentius sei sehr schwierig gewesen. Letztendlich sei ausschlaggebend, dass St. Laurentius zentraler gelegen sei und mehr Räumlichkeiten biete, die flexibel zu nutzen sind. So gäbe es zum Beispiel neben der Kirche auch noch die kleine Kapelle.

Die Pfarrei St. Laurentius möchte jedoch das Gemeindeleben in Eiringhausen erhalten und daher alternative Räumlichkeiten vor Ort schaffen, vor allem für Gemeindemitglieder, die nicht mehr mobil sind. Dazu möchte man sowohl mit der evangelischen Kirche Gespräche führen, als auch mit der Stadt Plettenberg und mit der Caritas, dem Träger des Altenzentrum St. Josef, das sich nebenan befindet. „Wir wollen gucken, welche Möglichkeiten es gibt“, erklärt Pfarrer Schnell. Außerdem habe man nun mehr Zeit, um eine geeignete Lösung zu finden als noch vor zehn Jahren, als es um die Standorte in Ohle und dem Oestertal ging. Da das Zeitlimit bis 2030 gilt, könne man die Fehler von damals nun vermeiden. „Wir können planen, uns Gedanken machen und Alternativen finden“, sagt Pfarrer Schnell.

Prozess ist noch nicht abgeschlossen

Der lokale Pfarrgemeinderat in Eiringhausen sollte gestern Abend zu dem Vorschlag des „großen“ Pfarrgemeinderates, des Kirchenvorstandes und des Pastoralteams beraten, ob man die Entscheidung akzeptieren kann. Das Ergebnis der Standortpräferenz sowie eine wirtschaftliche Perspektive würden in den ersten Entwurf eines Votums einfließen. Dieses werde dann Ende September in den einzelnen Räten beraten und mit einer Sitzung des Pfarrgemeinderates anschließend abgeschlossen. Die Vorgaben des Bistums für den Pfarreienprozess sähen vor, dass ein übereinstimmendes Votum erreicht werden müsse. Sollte dies nicht möglich sein, müsse neu beraten werden.

Bleibt es bei der Entscheidung, St. Johann Baptist in Zukunft zu schließen, könne sich die verbleibende Gemeinde St. Laurentius jedoch dennoch nicht zurücklehnen, da auf diese damit die Verantwortung für alle Katholiken in Plettenberg übertragen werde, erklärte Pfarrer Schnell.

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