Wie wird man eigentlich Weinkönigin? Nadine Faber aus Erden besucht die Plewo

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Nadine Faber ist die Weinkönigin von Erden und besuchte am Wochenende die Plewo. 

Plettenberg - In Moselblümchen, mit Diadem und einer traditionell königlichen Kette steht Nadine Faber am Weinstand auf der Plettenberger Woche. Sie ist die Weinkönigin von Erden an der Mosel, einer 400-Einwohner-Gemeinde, und besucht in ihrem Amt die Plewo. Inside nutzte die Gelegenheit und fragte die 22-Jährige: Wie wird man eigentlich Weinkönigin?

Zwei Jahre lang ist man als Weinkönigin im Amt. Für die 22-jährige Nadine heißt das Halbzeit. Nächstes Jahr auf dem Straßenfest in Erden, das Anfang Oktober stattfindet, wird ihre Nachfolgerin gekrönt. Doch wer wird das werden? Das Amt der Königin wird von der Gemeinde ausgeschrieben und interessierte Mädchen können sich bewerben. Voraussetzung ist, dass sie mindestens 17 Jahre alt sind. Die jungen Damen stellen sich der Gemeinde vor und müssen einige Fragen zum Thema Wein beantworten, zum Beispiel: Warum ist der Riesling besonders gut oder welche Weinlagen gibt es?

Nadine ist auf einem Weingut aufgewachsen und das ist schon mal eine gute Voraussetzung für ihr Amt. „Es ist kein Muss, von einem Weingut zu kommen, aber man sollte schon Ahnung von Wein haben“, sagt Nadine. Eine Alternative sei eine Ausbildung zur Winzerin. Schließlich sei die Aufgabe der Weinkönigin unter anderem, auf Feste zu gehen und den Wein dort zu präsentieren, zu erklären, wie er hergestellt wird und den Unterschied zwischen den verschiedenen Rebsorten.

Der Gemeinderat entscheidet sich schließlich für eine Kandidatin. Meistens falle die Wahl leicht, da nur zwei bis drei Mädchen im selben Alter in der kleinen Gemeinde leben würden. Melden sich zum Beispiel zwei gleichzeitig, kann es noch eine unterstützende Prinzessin geben, die danach zur Königin wird.

Nadine Faber im Weinberg in Erden. Dass die Königin ihren Eltern auf dem Weingut helfen muss, ist nicht ungewöhnlich. 

Für Nadine war es mit Sicherheit ein Ansporn, dass ihre große Schwester bereits vor zehn Jahren Weinkönigin in Erden war. Nachdem die 22-Jährige jedoch zwei Jahre lang in Amerika war, lernte sie den heimischen Wein und die Arbeit, die dahinter steckt, besonders zu schätzen. „Ich wollte meiner Heimat etwas zurück geben, deshalb wurde ich Weinkönigin“, erklärt Nadine.

Das Erscheinungsbild von ihr auf der Plewo ist übrigens üblich. Das Moselblümchen ist die traditionelle Tracht und gleicht vom Aussehen einem Dirndl. „Die Tracht war mit der Zeit in Vergessenheit geraten und seit zwei Jahren wird die Tradition wieder neu belebt“, berichtet die Königin. Eine Krone und eine Kette gehören ebenfalls zum Erscheinungsbild und werden von Königin zu Königin weiter gegeben. Auf der Kette, die man sich ähnlich wie die eines Schützenkönigs vorzustellen hat, sind verschiedene Sehenswürdigkeiten aus der Erdener Umgebung abgebildet.

Das Moselblümchen sieht einem Dirndl sehr ähnlich. 

Trotz königlicher Würde ist es für die 22-Jährige jedoch auch nicht ungewöhnlich, dass sie schon mal Traktor fahren muss. Neben ihrem Studium (International Business) in Trier, der nächstgrößeren Stadt, die ungefähr 50 Kilometer entfernt liegt, muss sie am Wochenende auf dem Weingut ihrer Eltern helfen, da viel zu tun ist. Momentan ist es für Nadine besonders stressig, da man sich mitten in der Traubenlese befindet. Diese ist in diesem Jahr früher als gewöhnlich, weshalb Nadine bereits am Plewo-Sonntag aus Plettenberg abreisen musste. Wenn die Plewo im nächsten Jahr jedoch wieder früher und somit vor dem Straßenfest in Erden stattfindet, wird sie 2018 noch einmal zu Besuch kommen, da ihre Nachfolgerin erst auf dem Straßenfest gekrönt wird. In anderen Orten gibt es übrigens auch Weinkönige, in Erden jedoch nur ein weibliches Oberhaupt.

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