Welche Auswirkungen der Lockdown hat

Story House Plettenberg: Shutdown trifft Rätselraum-Betreiber noch härter als im Sommer

Auch das Story House in Plettenberg verzeichnet einen Besucherrückgang wegen der Corona-Pandemie.
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Wie viele andere Geschäfte verzeichnet auch das Story House einen Besucherrückgang.

Plettenberg – Wegen der Corona-Pandemie hatte das Story House in Plettenberg ohnehin schon weniger Besucher. In geschlossenen Räumen Rätsel zu lösen – das war manchem eben zu riskant. Gerade als wieder mehr Buchungen eingingen, legt der neue Shutdown die Rätselräume nun erneut lahm. „Es trifft jetzt uns härter als im Sommer, weil das Winter- und Weihnachtsgeschäft jetzt gerade anfängt“, sagt Betreiber René Schauties.

Eigentlich beginne für die Rätselräume an der Wilhelmstraße im Herbst die Hauptsaison. Dass es in diesem Jahr weniger werden würde, damit habe Schauties bereits seit Monaten gerechnet: „Wir hatten keine Buchungen von Firmen, die sich wegen Corona komplett zurückhalten – das war schon vorher klar.“ Einige Buchungen von Privatleuten habe er für November und Dezember aber durchaus gehabt, die man nun alle wieder absagen musste.

„Einige Leute, die wegen des letzten Shutdowns ihren Termin in den November verschoben hatten, haben nun komplett abgesagt, das ist jetzt ein kompletter Verlust“, sagt Schauties. Die Buchungen, einige über Paypal, müsse er nun zurückzahlen. Auch das beiläufige Geschäft neben den Rätselräumen falle nun komplett weg. Im November würden normalerweise viele Gutscheine und auch andere Geschenke gekauft. Adventskalender würde niemand mehr brauchen, wenn das Story House – sollte das dann möglich sein – im Dezember wieder öffnet.

Geschäft lief gerade wieder an

Dabei schienen die Kunden in den Monaten vor dem Shutdown ihre coronabedingte Zurückhaltung gerade überwunden zu haben. „Man war froh, dass es langsam wieder anlief und die Leute sich wieder mehr trauten”, sagt Schauties. „Ich hatte auch gerade wieder angefangen, jemanden anzulernen.“ Denn frühere Mitarbeiter, denen er beim durch Corona eingeschränkten Betrieb nicht den gleichen Lohn garantieren konnte, hätten sich zwischenzeitlich nach neuen Jobs umgeschaut. Man müsse abwarten, wie lange der jetzige Shutdown gehe, ob er möglicherweise über den November hinaus verlängert werde. Selbst wenn eine Öffnung im Dezember wieder möglich ist, könnte der Neustart aus Schauties‘ Sicht schwierig werden. Es würde dauern, bis wieder Buchungen kämen, denn die Leute seien auch nach dem Ende des Shutdowns wohl erst einmal noch zurückhaltend, schätzt der Story-House-Betreiber. Vielleicht gebe es auch eine dritte Welle und einen erneuten Shutdown. „Es ist schwierig, immer wieder von vorne anfangen zu müssen.“

Schauties glaubt, dass es wie in anderen Branchen auch möglicherweise Jahre dauern werde, um wieder auf den Stand vor Corona zu kommen. Weil Schauties das Story House nebenberuflich betreibt, ist unklar, ob er die Überbrückungshilfen – 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats – in Anspruch nehmen könnte. „Ich habe sonst gut verdient im November, ich rechne schon damit, dass es 4 000 bis 5 000 Euro sind, die mir sozusagen fehlen“, sagt Schauties. Zum Beispiel habe er auch umsonst Geld in Werbung gesteckt. Andererseits treffe ihn der Shutdown, eben weil das Rätselhaus ein Nebengeschäft neben dem eigentlichen Beruf ist, weniger hart als andere.

Der Rückschläge durch die Zwangsschließung zum Trotz, ist Schauties aber davon überzeugt, dass das Geschäft wieder anlaufen wird. „Ich weiß, dass es gut ist und, dass ich Kunden habe, die es gut finden und wiederkommen werden”, gibt er sich zuversichtlich. Auch am nächsten Rätselraum arbeitet er langsam weiter. Dieser soll vom Thema her eine Lagerhalle sein und auf dem Dachboden des Story House entstehen. Leergeräumt sei der Boden bereits. „Ich habe auch den Plan, Raum 5 weiterzubauen, immer noch nicht aufgegeben.“

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