Wer wird Bürgermeister ab 2020?

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Die Bürgermeisterkette wird dem Stadtoberhaupt während der offiziellen Einführung übergeben – so wie hier im Jahr 2015 von Martina Reinhold an den amtierenden Bürgermeister Ulrich Schulte.

Wird Ulrich Schulte bei der nächsten Kommunalwahl noch einmal als Bürgermeister antreten? Wird es Gegenkandidaten geben? Was wird aus den parteilosen Politikern Diethardt Küppers oder Bärbel Keiderling? Zugegeben, bis zur nächsten Wahl im Herbst 2020 wird noch etwas Zeit ins Land gehen.

Nachdem aber am Wochenende der amtierende Meinerzhagener Bürgermeister Jan Nesselrath in einem Zeitungsinterview seine erneute Kandidatur bekannt gegeben hat, dürfen die eingangs formulierten Fragen ja zumindest schon einmal gestellt werden...

Der Amtsinhaber: Der amtierende Bürgermeister Ulrich Schulte (parteilos) will auf Nachfrage der Heimatzeitung noch keine konkrete Aussage zu seiner Zukunft treffen. „Das Thema ist noch offen“, sagt er, „aber im Moment spricht nichts dagegen, noch einmal zu kandidieren.“ Um der Öffentlichkeit eine endgültige Aussage zu einer möglichen erneuten Kandidatur zu geben, sei es noch „verfrüht“, erklärte der 51-jährige Familienvater.

Die SPD: Die SPD wird aller Voraussicht nach keinen Bürgermeister-Kandidaten aus der Partei ins Rennen schicken und würde stattdessen ebenso wie bei der Bürgermeisterwahl 2015 den parteilosen Ulrich Schulte unterstützen. „Wir haben darüber zwar noch nicht gesprochen, aber ich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte“, sagt Plettenbergs SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Schrader. Wie sich die Partei inhaltlich für die Kommunalwahl aufstellen will, soll in den nächsten Wochen und Monaten festgelegt werden. „Weil es bundes- und landespolitisch für die SPD ja nicht so dolle läuft, müssen wir den Menschen deutlich machen, dass wir in Plettenberg eine gute und verlässliche Politik gemacht haben“, sagt Schrader. Außerdem kündigt er an, dass es bei den Wahlkreiskandidaten aus Altersgründen „schon einige Veränderungen“ geben werde.

Die CDU: Der CDU-Vorsitzende Adrian Viteritti trat bei der letzten Bürgermeisterwahl als Kandidat gegen Ulrich Schulte an, musste sich am Ende aber geschlagen geben. Könnte er sich vorstellen, noch einmal anzutreten? „Ja, irgendwann“, antwortet der Mittdreißiger, ohne näher auf einen Zeitpunkt eingehen zu wollen. Zu den Plänen für die nächste Kommunalwahl sagt Viteritti: „Wir haben da keinen zeitlichen Druck und wollen vernünftige Politik machen, ohne jetzt schon Wahlkampf zu betreiben.“ Im Frühjahr des kommenden Jahres sollen die Kandidaten für die Wahlkreise aufgestellt werden. Erst dann werde sich auch entscheiden, ob die CDU wie im Jahr 2015 einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen schickt.

FDP und PWG: Die FDP kündigt nach den Worten ihres Vorsitzenden Michael Schulte an, ihrer Linie aus der letzten Bürgermeisterwahl treu zu bleiben. Also: „Wenn Ulrich Schulte erneut antritt, wovon ich ausgehe, wird er unsere Unterstützung haben.“ Ähnlich äußert sich auch der PWG-Fraktionsvorsitzende Klaus Salscheider, der sich persönlich durchaus vorstellen könnte, dass die Plettenberger Wählergemeinschaft Ulrich Schulte bei einer Kandidatur unterstützen werde.

Die Parteilosen: Als AfD-Kandidat ist Diethardt Küppers bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2014 angetreten, im Juli 2015 hat er die Partei verlassen und führt sein Ratsmandat seitdem als parteiloses Mitglied aus. Noch habe er keine Entscheidung getroffen, wie es nach der Kommunalwahl 2020 weitergehen soll. Es gebe drei Möglichkeiten: „Vielleicht gründe ich eine neue Partei, vielleicht trete ich in eine bestehende Partei ein oder vielleicht höre ich ganz auf“, verriet Küppers. Auf die Nachfrage, welche bestehende Partei für ihn in Frage käme, wollte er keine Angaben machen. Dass er als Bürgermeister-Kandidat antritt, könne er aber ausschließen. „Das wäre überheblich“, sagte Küppers dazu. Bei Bärbel Keiderling, bis zum Jahreswechsel 2017/18 bei den Grünen aktiv und seit ihrem Austritt ebenfalls parteilos, zeichnet sich derweil ein Abschied ab. „Alles hat seine Zeit“, sagt sie im Gespräch mit der Heimatzeitung und wird auf die Nachfrage, ob sie ihre politische Arbeit im Jahr 2020 niederlegen wird, konkret: „Ja, ich sehe nicht, wie es weitergehen könnte oder sollte.“ Nach all den Jahren ihres Engagements – im Jahr 2000 hat sie den Grünen-Ortsverband reaktiviert, seit 2005 hat sie ein Ratsmandat – fehle ihr einfach die Kraft, um weiterzumachen, sagt die 57-Jährige, die sich freut, nach der Kommunalwahl mehr Zeit mit ihrer fortgezogenen Tochter verbringen zu können.

Die Grünen Seit dem Austritt von Bärbel Keiderling sieht es dunkel aus für den Grünen-Ortsverband. Die Bemühungen des Kreisverbandes, in Plettenberg einen Neuanfang einzuleiten, tragen bis heute keine Früchte. „Aktueller Stand ist, dass es mangels Masse auch bis zur Kommunalwahl keinen Ortsverband geben wird“, sagt Kreis-Geschäftsführer Detlef Jungmann, „im Namen der Grünen wird daher höchstwahrscheinlich niemand antreten.“ Das sei zwar überaus enttäuschend, aber in Plettenberg sei für die Grünen „wenig zu holen“, wie Kreissprecher John Haberle ergänzt.

Ergebnisse der letzten Wahlen: Ausnahmsweise fanden die Kommunal- und die Bürgermeisterwahlen beim letzten Mal in Plettenberg getrennt voneinander statt. Während die Wähler die Sitzverteilung im Stadtrat bereits im Mai 2014 bestimmen konnten, wurde die Frage nach dem Stadtoberhaupt und damit dem Nachfolger von Ex-Bürgermeister Klaus Müller erst im September 2015 beantwortet. Bei dieser Wahl siegte der von SPD, UWG (jetzt PWG) und FDP unterstützte, parteilose Kandidat Ulrich Schulte mit 59,03 Prozent der Stimmen vor CDU-Mann Adrian Viteritti (40,97 Prozent). Bei der Kommunalwahl im Jahr zuvor wählten die Plettenberger die SPD als stärkste Kraft (40,18 Prozent) vor der CDU (36,73 Prozent). Dahinter folgten UWG/PWG (9,13 Prozent), die FDP (7,39 Prozent), die AfD (4,04 Prozent) und die Grünen (2,53 Prozent). 

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