Sahbi Ben Zid vom Haus Battenfeld

„Wir schaffen das“: Plettenberger Gastronom auch ohne Öffnungsperspektive zuversichtlich

Sahbi Ben Zid, Inhaber des Hotels Haus Battenfeld.
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Sahbi Ben Zid hat, soweit erlaubt, sein Hotel auch während des Lockdowns geöffnet. Das Kuriose: Hätte er seinen Betrieb geschlossen, hätte er auch mehr staatliche Hilfszahlungen erhalten.

Sahbi Ben Zid ist sicher, dass es auch nach dem Ende der Corona-Pandemie das Haus Battenfeld noch geben wird. „2020 haben wir Gott sei Dank überlebt, aber wie lange das Hotel noch geschlossen bleibt, das weiß man nicht“, sagt der Hotelier auch mit Blick auf die Bund-Länder-Konferenz.

Plettenberg – Da er in den erfolgreichen Jahren vor der Pandemie ein finanzielles Polster angelegt habe, ist Ben Zid zuversichtlich, was die Zukunft angeht. „Wir sind froh, dass wir die Coronakrise überleben können“, meint er selbstbewusst.

Außer Sahbi und seiner Frau Petra Ben Zid gibt es noch sieben weitere Mitarbeiter im Haus Battenfeld, Aushilfen mitgezählt. Doch wegen des Lockdowns war für einige in den vergangenen Monaten Kurzarbeit angesagt, wie bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020.

„Als wir im Mai wieder aufgemacht haben, kamen alle Mitarbeiter wieder, aber im zweiten Lockdown musste ich sie wieder in die Kurzarbeit schicken“, sagt Sahbi Ben Zid, der in den vergangenen Monaten fast alleine im Hotel gearbeitet hatte, sich unter anderem um Bürotätigkeiten und die Rezeption kümmerte. Gäste gebe es so gut wie keine mehr.

Das Hauptgeschäft bilden normalerweise Geschäftsreisende und Arbeiter auf Montage. Da die Gäste aus ganz Europa kommen, sind Sahbi Ben Zids umfangreiche Sprachkenntnisse von Vorteil. Touristische Übernachtungen gibt es im Haus Battenfeld normalerweise auch, aber coronabedingt seit Monaten eben nicht mehr. Für Touristen ist das Hotel geschlossen. „Wir haben nur ein paar Monteure da“, sagt Sahbi Ben Zid.

Hotelier zehrt von Rücklagen und der Treue seiner Stammgäste 

Der übliche Restaurantbetrieb ruht ebenfalls seit Langem. „Wir haben einen Außer-Haus-Verkauf, der vor allem am Wochenende gut läuft“, sagt der Hotel-Inhaber. Die Stammkunden riefen an oder schickten eine Whatsapp-Nachricht und könnten dann ihr Essen abholen. „Davon kann man nicht leben, aber es wird gut angenommen.“

Neben den Rücklagen aus den vorigen Jahren, die dabei helfen sollen, die Zeit der Pandemie finanziell zu überstehen, habe der Hotelbetrieb auch staatliche Finanzhilfen erhalten. „Im November haben wir den ersten Abschlag bekommen und auch die Überbrückungshilfe II haben wir schon gekriegt“, berichtet Sahbi Ben Zid, und seine Frau Petra ergänzt: „Wir haben uns drum gekümmert und konnten alles vorlegen, um die Hilfen direkt zu beantragen.“

Es klingt kurios: Finanziell hätte es sich allerdings mehr gelohnt, ganz zu schließen, meint Sahbi Ben Zid. Denn die Einnahmen, die er im Lockdown hatte, würden von den Hilfsgeldern – 75 Prozent der Umsätze des Vorjahresmonats – abgezogen.

„Wenn wir ganz geschlossen hätten, dann hätte ich jetzt mehr Geld in der Tasche“, sagt Sahbi Ben Zid. Trotzdem habe man im November und Dezember, soweit es die Bestimmungen zuließen, noch geöffnet gehabt.

Dabei hat der Hotelier bereits die Zeit nach der Pandemie im Blick gehabt. „Man denkt an später und an die Stammkunden, deswegen hatten wir geöffnet“, erklärt er. Und diese Kunden will er auch weiterhin an sich und vor allem natürlich an das Haus Battenfeld binden. 

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