„Wir müssen in Plettenberg mehr für Insekten tun“

+
Insekten wie Hummeln, Schmetterlinge und andere Bestäuber sollen in Plettenberg mehr Nahrung finden können. Deshalb denkt die Stadt nun über neue Blütenwiesen nach.

Plettenberg - Was kann die Stadt Plettenberg tun, um dem flächendeckenden Insektensterben entgegen zu wirken? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt auf Anregung von Uwe Meister (CDU) der Planungs- und Umweltausschuss – und besprach erste konkrete Maßnahmen.

Es war bereits ein wiederholter Vorstoß von Uwe Meister, weswegen die Stadtverwaltung bereits im Vorfeld der Sitzung Gespräche geführt hatte und nun erste Ideen präsentieren konnte. Zunächst hatte man eine Wiese hinter dem Autohaus Schauerte für ein neues Blütenparadies in Betracht gezogen. Wildblumenexperten aus Lüdenscheid, deren Meinung die Stadt extra noch eingeholt hatte, rieten jedoch von diesem Standort ab. „Zu wenig Sonne“, war der Rat der Experten.

So kam die Idee für eine andere Wiese auf – eine kleine Fläche hinter dem Albert-Schweitzer-Gymnasium. Die Schulleitung ist einverstanden, die Imker-AG am Gymnasium wird sich freuen. Der Bauhof wird nun die Wiese abfräsen, Blumensamen säen, sodass ein Blütenmeer entsteht. „Das kann auch schon mal schief gehen“, wiederholte Bürgermeister Ulrich Schulte im Ausschuss die Warnung der Lüdenscheider Wildblumenexperten. „Man braucht ein bisschen Glück und Geduld, dann kann das was werden.“

Einig waren sich Initiator Uwe Meister und die anderen Ausschussmitglieder darüber, dass die Wiese beschildert werden müsse und als Versuchsfläche ausgewiesen werden sollte. „Nicht, dass sofort die Anrufe der Bürger kommen, dass die Fläche gemäht werden müsse“, sagte Meister. Außerdem wurde angeregt, eine Informations-Veranstaltung für Privatleute und deren Gärten zu organisieren, sodass auch diese insektenfreundlich gestaltet werden können. Ulrich Schulte machte Hoffnung, dass das nur der Anfang für ein insektenfreundlicheres Plettenberg sein könnte: „Sollte das mit der Blumenwiese am Gymnasium funktionieren, könnten wir das auf andere Flächen ausdehnen.“

Zur Info:

Giesela Werda von der Seniorenvertretung regte an, dass in der Innenstadt Blumenkästen für insektenfreundliche Pflanzen aufgestellt werden könnten.

Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier betonte jedoch, dass die Kübel nicht sofort, sondern erst im Zuge der Innenstadt-Modernisierung angeschafft werden sollten. „Die Gestaltung der Kübel sollte schließlich ins Stadtbild passen.“

Doch wer soll sich letztlich um die Pflege der Pflanzen kümmern? Martina Reinhold (SPD) erinnerte daran, dass ein ähnlicher Vorstoß des Stadtmarketings das Problem hatte, „dass die Nachhaltigkeit fehlte“. Bei diesem früheren Projekt sollten sich die Einzelhändler um die Blumenkübel kümmern. „Wenn wir so etwas noch einmal machen wollen, sollte das im Vorfeld gut geplant werden.“

Giesela Werda hatte für die Pflege noch eine andere Idee: „In Altena werden für die Kübel Patenschaften angeboten.“ Privatpersonen zahlen monatlich einen kleinen Obolus und von diesen Geldern wird dann ein Gärtner bezahlt, der sich um die Pflanzen kümmert. „Vielleicht wäre das auch ein Modell für Plettenberg.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare