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„Aus dem Quark kommen“: Kleine Brücke, große Diskussionen

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Von: Georg Dickopf

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Für 155 000 Euro wurde im Juli letzten Jahres eine Brücke im Fischerdorf installiert. Dass die Brücke am Wall ähnlich viel kosten soll, kann die CDU nicht verstehen.
Für 155 000 Euro wurde im Juli letzten Jahres eine Brücke im Fischerdorf installiert. Dass die Brücke am Wall ähnlich viel kosten soll, kann die CDU nicht verstehen. © Schulz

Seit mehr als einem Jahrzehnt wird über eine Fußgängerbrücke vom Wall zur Schlieffenstraße geredet. Der Bau ist aber weiterhin nicht in Sicht. Warum das so ist, war Thema im Stadtrat.

Plettenberg – Dass die kleine Fußgängerbrücke von der Schlieffenstraße zur Wallumgehung nach dessen „Erfinder“ als Ising-Brücke bezeichnet wird, ist dem ältesten Mitglied des Stadtrates nicht sonderlich angenehm. Denn die gut gemeinte Brücke, die den GWU-Bewohnern einen kurzen Fußweg zum Aldi-Markt bieten und zugleich den Parkdruck an der Kaiserstraße mindern soll, ist eine echte Hängepartie und deshalb ist die Bezeichnung ein wenig negativ besetzt.

Dabei konnte Klaus Ising in der Ratssitzung durchaus verstehen, dass den Sozialdemokraten um Stefan Langenbach eine Summe von 150 000 Euro für die Brücke zu hoch war. Denn die einst klein und schmal geplante Brücke, die aus Fördermitteln unter dem Projektnamen Stadtkante umgesetzt werden sollte, kostet nun ein Vielfaches der einst veranschlagten 25 000 Euro.

Ising kann Preissprung nicht nachvollziehen

„Dass eine solche Summe überprüft werden muss, ist klar“, sagte Ising, für den aber eine Gesamtsumme von fast 200 000 Euro für eine kleine Fußgängerbrücke völlig unerklärlich blieb. Den hohen Preissprung könne er nicht nachvollziehen.

„Wir brauchen diese Fußgängerbrücke zur Entlastung der Kaiserstraße“, verdeutlichte Ising. Dort stünden gerade einmal 35 Parkplätze zur Verfügung, die fast dauerhaft belegt seien, da es dort fünf Ärzte, einen Paketshop und eine Metzgerei gebe. Zudem würden bei der Maiplatzumgestaltung möglicherweise weitere Parkplätze wegfallen. Gewünscht von ihm sei kein riesiges Objekt, sondern eine Fußgängerbrücke mit bescheidenen Ausmaßen.

„Bei dem Brückenprojekt kommt immer etwas dazwischen, was einen doch sehr wundert.“

Heiko Hillert, CDU

Auch Heiko Hillert (CDU) pflichtete Ising bei. Bei dem Brückenprojekt „kommt immer etwas dazwischen, was einen doch sehr wundert.“

Bürgermeister Ulrich Schule betonte, dass man nun schauen müsse, wie die Pläne abgespeckt werden könnten. „Das muss kostengünstiger machbar sein“, befand auch Schulte. Er hielt aber nichts von dem CDU-Vorschlag einer begrenzten Parkzeit an der Wallumgehung, denn dann sei man für den Abschnitt auch unterhaltspflichtig.

Auch Patrick Hansmann (CDU) fand den von der Stadt aufgerufenen Betrag „einen Schluck aus der Pulle“, zumal die vergleichsweise riesige Stahlbrücke im Fischerdorf Böddinghausen 155 000 Euro gekostet habe. Er mahnte in dem Zusammenhang auch noch einmal das fehlende Parkraumkonzept in der Innenstadt an.

Andreas Party (PWG) betonte, dass man in Sachen Brücke „mal langsam aus dem Quark kommen“ müsse, denn man sei schon im zweiten Jahrzehnt damit beschäftigt.

Abschließend betonte Planungsamtsleiter Till Hoffmann, dass man das Brückenprojekt entkoppeln wolle von der ursprünglichen Stadtkanten-Planung und versuche, die Brücke umzusetzen, ohne die Stützmauerauflagen dabei nutzen zu müssen. In dem Zuge wolle man dann auch die „Pinkelgasse“ neben dem Modepark Röther aufwerten.

Letztlich wurde dem Antrag, den Bau mit einem Sperrvermerk zu versehen, gefolgt; zugleich soll die Verwaltung nach einer günstigeren Lösung suchen.

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