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„Wir Lokalpolitiker haben eine Verantwortung“: Heftige Kritik der FDP an den Grünen 

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Von: Christos Christogeros

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Anders als auf diesem Bild waren die Grünen mit Carina Hennecke (Bildmitte) und die FDP in Sachen Industrie in Plettenberg zuletzt nicht gleicher Meinung.
Anders als auf diesem Bild waren die Grünen mit Carina Hennecke (Bildmitte) und die FDP in Sachen Industrie in Plettenberg zuletzt nicht gleicher Meinung. © Dickopf

Heftige Kritik übt FDP-Fraktionsvorsitzender Carsten Hellwig an den Plettenberger Grünen: Diese blieben bei ihrer Ablehnung der Elsetal-Entlastungsstraße – laut Hellwig eine Aussage, die ihn für die Zukunft der heimischen Industrie „Schwarz sehen“ lasse.

Plettenberg - Carina Hennecke, Fraktionsvorsitzende der Plettenberger Grünen, hatte in der Ratssitzung im Dezember erklärt, dass die Elsetal-Entlastungsstraße nicht nötig sei. Denn durch den zu erwartenden Rückgang im Bereich der Industrie werde auch viel Verkehr wegfallen. In einer Stellungnahme Mitte Januar hatten die Sprecherinnen der Grünen, Katharina Rittinghaus und Heidrun Schmidt-Adler, zwar die Aussage entschärft und erklärt, die Industrie sei natürlich „wichtig für unsere Region“ und für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Die Aussagen von Hennecke seien falsch interpretiert worden – denn natürlich würden die Grünen die heimische Industrie unterstützen wollen. Ein Plädoyer für den Bau der Entlastungsstraße gab es jedoch auch hier nicht.

Ein Umstand, den Carsten Hellwig nicht verstehen könne. Eigentlich habe sich der FDP-Fraktionsvorsitzende nicht mehr zu den Aussagen Henneckes in der Ratssitzung äußern wollen, erklärt Hellwig in einer Pressemitteilung. „Dass man aber nun versucht, seitens der Grünen das Gesagte ungeschehen zu machen, ärgert mich“, schreibt Hellwig mit Blick auf die Stellungnahme der Grünen im ST vom 14. Januar.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Carsten Hellwig kritisiert die Plettenberger Grünen für deren Kritik an der Industrie.
Der FDP-Fraktionsvorsitzende Carsten Hellwig kritisiert die Plettenberger Grünen für deren Kritik an der Industrie. © Privat

Die Aussagen von Carina Hennecke würden den Eindruck erwecken, diese traue der heimischen Wirtschaft nicht allzu viel zu. Anders sei es laut Hellwig nicht zu erklären, dass Hennecke von vermehrten Insolvenzen in der heimischen Industrie in Zukunft ausgehe. „Nach dem Motto: Die Inhaber der Plettenberger Industrie würden auf Bäume leben und nicht verstanden haben, auf die Energiewende die richtigen Antworten zu finden“, schreibt Hellwig. Eine Interpretation des Gesagten, die laut Hellwig auch viele heimische Industrievertreter ärgere.

Ahnungslos in die Zukunft manövrieren?

Dabei glaube der FDP-Fraktionsvorsitzende, dass die Unternehmen in Plettenberg auf die Zukunft vorbereitet seien und „wohl kaum ahnungslos und blind in die Zukunft manövrieren“. Man unterhalte sich schon viel zu lange – seit rund 25 Jahren – über die Elsetal-Entlastungsstraße. Bereits damals habe man eine Verkehrswende in Plettenberg herbeiführen wollen – „und da war das Verkehrsaufkommen wohl kaum so hoch wie jetzt“, schreibt Hellwig.

Weniger Industrie würde eine dramatische Wende in Plettenberg – „leider nicht zum Guten“ – bedeuten. „Wie soll denn die Stadt Plettenberg in Zukunft die Infrastruktur-Ideen der Grünen umsetzen, wenn die Gewerbesteuer nicht mehr so fließt?“, fragt Carsten Hellwig. „Wir Lokalpolitiker haben eine Verantwortung, genau solche Aussagen zu vermeiden.“

Keine Ängste schüren

Die Plettenberger könnten stolz auf die heimische Industrie sein. Die Grünen sollten mit Aussagen wie diesen „nicht Ängste in der Bevölkerung schüren“. Wenn Grünen-Politik „die Industrie madig“ mache, dann sehe die heimische FDP „Schwarz“ für die Zukunft. Denn laut Hellwig sei zu befürchten, dass eine Ablehnung der Entlastungsstraße zu Insolvenzen von ortsansässigen Unternehmen führt.

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